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Inside Wall Street Grinch klaut bei Heilsarmee

"Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" ist eines der bekanntesten Kinderbücher in den USA. Geschrieben hat es der deutsch-amerikanische Autor und Zeichner Dr. Seuss, und der hat jetzt in Wisconsin Nachahmer gefunden: Ganz wie der Grinch - ein haariger Grünling - hat eine unbekannte Frau Weihnachtsfreude gestohlen, und zwar bei der Heilsarmee.

Die Polizei in Madison, Wisconsin, fahndet nach einer 1,57 Meter großen und 100 Kilo schweren Frau, die sich in mindestens drei Fällen als freiwillige Helferin der Heilsarmee gemeldet und sich wenig später mit dem gefüllten Spendenkessel aus dem Staub gemacht haben soll. Die Heilsarmee schätzt, dass die Frau mehr als 500 Dollar erbeutet hat - Geld, das eigentlich an Obdachlose und bedürftige Familien gehen sollte.

Die Täterin soll jedes Mal nach dem gleichen Schema vorgegangen sein. So soll sie - wie Zigtausende Freiwillige in den ganzen USA - eine Zeit lang neben einem der zahlreichen Kessel die Heilsarmee-Weihnachtsglocke geläutet haben. Der Manager zumindest eines Ladens bestätigt das. Die Bimmelei hielt die indes nur kurz durch, bevor sie sich von einem Fluchtwagen abholen ließ.

Die Heilsarmee ist frustriert, denn in der laufenden Weihnachtssaison hat man - das wirtschaftliche Umfeld lässt es vermuten - mehr Anfragen Notleidender bekommen als je zuvor. Die Zahl der Familien, die um Unterstützung bitten, ist gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent gestiegen; die Zahl der Spenden dürfte kaum in gleichem Maße zulegen. Denn die Pendler und Shopper, die jeden Tag an den roten Kesseln vorbeiziehen, halten ihre Portemonnaies geschlossen.

Corporate America zeigt sich unterdessen weiter großzügig. Viele Unternehmen lassen ihre lange etablierten wohltätigen Programme auch in umsatzschwachen Zeiten weiterlaufen. Der Einzelhändler Target hat etwa seinen Beitrag auf zwei Mio. Dollar erhöht.

Die Heilsarmee lässt sich derweil einiges einfallen, neue Spendenquellen aufzutun. Wer helfen will, aber keine Zeit hat, stundenlang an einer Straßenecke zu bimmeln, kann einen Online-Spendenkessel aufstellen und Freunde und Bekannte im Internet um Unterstützung bitten. Auf dem Videokanal YouTube bitten die Jonas Brothers, die heißeste Teen-Band im Land, um ein paar Groschen. Und ein Weihnachtsalbum, das freiwillige Helfer der Heilsarmee aufgenommen hat, verkaufte sich bereits 25.000 Mal.

Trotzdem: Die Lage bei der Heilsarmee ist eng, was den Diebstahl von Wisconsin umso schlimmer macht. Mit 500 Dollar könne man sechs Familien helfen, klagt die Organisation, die unter der schlechten Konjunktur an zwei Fronten leidet.

Quelle: ntv.de

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