Marktberichte

Tag des iPhone Leichte Verluste in New York

Aus New York berichtet Lars Halter

Mit leichten Gewinnen hatte der Freitagshandel begonnen, doch verlief der letzte Handelstag des ersten Halbjahres 2007 sehr viel volatiler als man zunächst erwartet hatte. Am Nachmittag stürzten die Indizes nach weiteren Bomben-Warnungen aus London tief ins Minus, am Schluss blieb ein geringer Tagesverlust.

Der Dow-Jones gab 14 Zähler oder 0,11 Prozent auf 13 408 Punkte ab. Der marktbreit aufgestellte S&P-500-Index verlor 2,5 Zähler oder 0,18 Prozent auf 1503 Punkte, und die Hightech-orientierte Nasdaq rutschte um 5 Zähler oder 0,2 Prozent auf 2603 Zähler ab.

Im ersten Halbjahr 2007 haben die großen Indizes im Schnitt um 7 Prozent zugelegt.

Für die Schwankungen am Freitag waren vor allem zwei Ursachen verantwortlich: Nach dem Auftauchen einer ersten Autobombe in London am Morgen wurde am Nachmittag eine weitere gefunden. In London und international herrscht damit eine neue Terror-Angst, unter der auch die Börse litt.

So stieg der Ölpreis weiter an und schloss bei 70,68 Dollar pro Fass. Im abgelaufenen Monat hat der Rohstoff um fast 9 Prozent zugelegt.

Das schlug sich auch auf die Ausgaben der Amerikaner nieder, die um 0,5 Prozent gestiegen sind, während die Einnahmen um 0,4 Prozent zugelegt haben.

Dies wurde durch andere Konjunkturdaten allerdings entschärft: Einen Tag nach der Fed-Sitzung und den jüngsten Sorgen über Inflation gab es eine Entwarnung: Der Index über die Kerninflation in den Verbraucherausgaben, der wichtigste Inflationsindikator in den Augen der Fed, ist auf 1,9 Prozent gesunken und damit in die Spanne von 1 bis 2 Prozent, die die Währungshüter anstreben.

Übrige Konjunkturdaten spielten zum Wochenschluss kaum eine Rolle: Das Verbrauchervertrauen ist nach dem Index der Uni Michigan auf 85,3 Punkte leicht gestiegen und steht damit etwas besser da als erwartet.

Auf Unternehmensseite stehen am Freitag fast ausschließlich die Hersteller von Mobilfunkgeräten im Mittelpunkt: Apple kletterte um 1,2 Prozent, während vor den Läden zwischen New York und Los Angeles die Schlangen immer länger werden. Am Abend wird das iPhone erstmals verkauft, erste Kunden campen seit Montag. Experten gehen davon aus, dass binnen einer Woche mehrere hunderttausend Geräte über den Ladentisch gehen könnten.

Um satte 20 Prozent verbesserte sich Research in Motion nach guten Quartalszahlen. Die hohe Nachfrage nach dem Blackberry habe Umsatz und Gewinn um jeweils rund 75 Prozent steigen lassen. Man sieht zudem keine Konkurrenz durch das iPhone, sondern hofft auf Schützenhilfe. Der Hype um das Gerät übertrage sich auch andere Handhelds, und Research in Motion profitiere, da nicht alle Kunden 500 bis 600 Dollar für das iPhone zahlen wollen.

Weniger stark schlug sich unterdessen Palm mit dem Treo. Dessen Umsätze sind gefallen, das Unternehmen hat die Erwartungen der Analysten verfehlt, und die Aktie steht im frühen Handel unter Druck.

Auch der Chiphersteller Micron hat die Erwartungen verfehlt. Man blickt für die letzten drei Monate auf einen Verlust von 225 Millionen Dollar, plant aber Entlassungen und Kostensenkungen, die Anleger optimistisch stimmen. Die Aktie hält sich zunächst stabil.

Quelle: ntv.de

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