Marktberichte

Sturm an den Devisenmärkten Euro verteidigt die Linie

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Pallettenweise Scheine: Im Keller der Südkoreanischen Zentralbank bereiten sich Angestellte auf die speziellen Anforderungen an die Bargeldversorgung zum koreanischen Neujahrsfeierfest vor.

(Foto: AP)

Von allen Seiten branden die Wogen an den Euro heran: In der Türkei wollen die Notenbanker auf einer Sondersitzung den Lira-Verfall bekämpfen. Indien erhöht überraschend den Leitzins. Und in Washington entscheidet Ben Bernanke zum letzten Mal über die US-Geldpolitik.

Der Euro hat sich am Dienstag in etwa auf dem Niveau vom Vorabend gehalten. Am Nachmittag stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3660 US-Dollar. Zuvor war der Euro zeitweise bis auf 1,3628 Dollar abgerutscht, konnte seine Verluste aber nach überraschend schwachen US-Konjunkturdaten wieder wettmachen. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3649 (Montag: 1,3658) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7327 (0,7322) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82285 (0,82505) britische Pfund, 140,61 (140,39) japanische Yen und 1,2278 (1,2267) Schweizer Franken fest.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Am Nachmittag habe ein starker Auftragsrückgang für langlebige Güter in den USA den Dollar belastet und dem Euro im Gegenzug etwas Auftrieb gegeben, sagten Händler. Die US-Regierung hatte für Dezember einen Rückgang der Aufträge für langlebige Güter um 4,3 Prozent gemeldet. Beim Handel am Devisenmarkt rücken aber die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank am Mittwoch immer stärker in den Fokus. Die meisten Ökonomen rechnen mit einer weiteren Drosselung der Flut des billigen Geldes.

Der letzte - überraschend schwache - US-Arbeitsmarktbericht hatte diese Annahme kurzzeitig in Frage gestellt. "Diese Sorge ist aber längst wieder ausgepreist", sagt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Bereits am Nachmittag blicken Anleger in die USA. Dann werden die Auftragseingänge langlebiger Güter veröffentlicht. Analysten erwarten einen weiteren Anstieg.

Notenbanken kämpfen gegen Währungskrise

Die Furcht vor einer ausgewachsenen Schwellenländerkrise ist etwas abgeklungen. Vor allem die türkische Lira und der argentinische Peso hatten stark an Wert verloren. Indiens Währungshüter hatten sich am Morgen mit einer überraschenden Zinsanhebung gegen die hohe Inflation gestemmt und damit den Kurs der Landeswährung Rupie gestützt. Der Leitzins liegt nun bei 8,0 Prozent nach 7,75 Prozent zuvor. Für die Mehrzahl der Marktteilnehmer kam der Schritt aus heiterem Himmel. Am Vortag hatte bereits die türkische Notenbank ein Sondertreffen wegen des Kursverfalls der Lira einberufen.

Die Reserve Bank of India (RBI) begründen ihren Schritt damit, dass der Zinsschritt nach oben dazu beitragen soll, das Inflationsziel zu erreichen. Die Rupie legte nach der Entscheidung auf 62,89 je Dollar zu von zuvor 63,10. Im Tagestief am Montag waren für einen Dollar 63,27 Rupien fällig gewesen. Der indische Aktienmarkt drehte nach der Zinsentscheidung ins Minus und verlor 0,7 Prozent.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/rts