Marktberichte

"Kermit" läutet die Börsenglocke Wall Street verzeichnet Gewinne

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Die alten Hasen an der Börse haben auf diesem Balkon schon ganz andere Figuren gesehen: Zum Wochenstart läutet "Kermit, der Frosch" an der Nyse die Eröffnungsglocke.

(Foto: AP)

Im New Yorker Aktienhandel ziehen die Kurse zum Wochenstart deutlich an. Wie in Europa scheint ein Teil der Unsicherheit nach dem Krim-Referendum aus dem Markt zu entweichen. Unter den Gewinnern: Die Aktien von Disney.

An den US-Börsen blicken Händler und Anleger nach dem umstrittenen Votum auf der Krim auf deutliche Gewinne. Die Abstimmung blieb friedlich, hoben Beobachter einen wichtigen Grund für die allgemeine Erleichterung hervor. Dies habe die Sorgen an der Wall Street zunächst in den Hintergrund gedrängt. Die von der EU und den USA beschlossenen Sanktionen zeigen zudem noch keine Wirkung.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 16.243 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um knapp ein Prozent auf 1858 Zähler. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq verabschiedete sich 0,9 Prozent fester auf einem Stand von 4279 Stellen.

Die Bewohner der ukrainischen Halbinsel Krim stimmten am Wochenende mit großer Mehrheit für einen Beitritt zu Russland. Die Regionalregierung stellte umgehen einen entsprechenden Antrag. Als Reaktion darauf beschloss die EU Einreiseverbote und Kontensperrungen für 21 Personen, die für das Referendum verantwortlich gemacht werden. Auch die USA verhängten Sanktionen. Westliche Staaten stufen die Abstimmung als völkerrechtswidrig ein. Die schwersten diplomatischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hatten zuletzt die Aktienmärkte weltweit belastet.

Für gute Stimmung sorgten positive Konjunkturdaten: Die US-Industrie kommt nach dem witterungsbedingten Einbruch zu Jahresbeginn wieder in Schwung und steigerte ihre Produktion stärker als erwartet.

Bewegung bei den Einzelwerten

Gesucht waren die Aktien von Keurig. Die Titel werden mit Wirkung vom 21. März in den S&P 500 aufgenommen und ersetzen dort die Papiere von WPX Energy. Für Keurig gint es im Handel an der Nasdaq um 2,1 Prozent nach oben.

Der Solarkonzern JA Solar kann unterdessen mit seinen Viertquartalszahlen die Markterwartungen deutlich übertreffen. "Eine Stabilisierung des Preisumfelds sowie Kostensenkungen haben uns eine deutliche Verbesserung der Bruttomarge auf über 15 Prozent eingebracht", kommentierte JA-Chef Baofang Jin die positive Entwicklung.

Im aktuellen Geschäftsjahr strebt das Unternehmen ein Drittel mehr Auslieferungen an. Bereits 2013 hatte Ja Solar hier um 22 Prozent zugelegt. Außerdem soll die Gewinnzone erreicht werden, nachdem die roten Zahlen im Vorjahr deutlich kleiner Zahlen wurden. Trotz eines bereits 11-prozentigen Anstiegs in diesem Monat legte JA Solar nach Zahlen um weitere 1,8 Prozent zu. Vorbörslich hatte die Aktie zeitweise mehr als 20 Prozent fester notiert.

Bewegungen gab es auch bei prominenteren Einzelwerten: Twitter-Aktien legten 0,2 Prozent zu, Facebook-Papiere 1,6 Prozent. Der chinesische Internet-Konzern Alibaba kündigte am Sonntag an, eine Notierung an der New Yorker Börse anzustreben. Damit wurden monatelange Spekulationen beendet.

Sehr weit legten sich die Anleger allerdings nicht aus dem Fenster, meinte ein Marktbeobachter. Schließlich sei es noch ungewiss, wie es auf der Krim weitergehen wird und welche Folgen die neuen Sanktionen gegen Russland haben werden.

Im Wochenverlauf stehen zudem gewichtige Einflussfaktoren auf Konjunkturseite und vonseiten der US-Geldpolitik an. Am Dienstag beginnt die zweitägige Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

Die jüngst wieder etwas besseren Arbeitsmarktdaten haben der Fed den nötigen Spielraum verschafft, um ihre Abkehr von der extrem lockeren Geldpolitik fortzusetzen. Eine Kältewelle im Nordosten Nordamerikas hält den Jobmarkt seit Monaten fest im Griff. Im Februar schien der Arbeitsmarkt dem widrigen Wetter zu widerstehen, was die Zahlen in einem noch besseren Licht erscheinen ließ. Experten werteten die Daten als Signal, dass die Fed ihre Konjunkturspritze damit um weitere 10 Milliarden Dollar drosseln kann.

Stark, aber schwächer als gedacht

Kaum Beachtung fanden unterdessen die vorbörslich veröffentlichten US-Konjunkturdaten aus dem Großraum New York. Die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im sogenannten Empire State ist im März geringer gestiegen als erwartet. Der sogenannte Empire-State-Index stieg auf plus 5,61 Punkte. Volkswirte hatten einen stärkeren Anstieg auf plus 6,50 prognostiziert. Im Vormonat hatte der Index bei plus 4,48 gelegen. Vor allem der Auftragseingang blieb verhalten.

Ökonomen betrachten die Empire State Manufacturing Survey ebenso wie den Indikator der Philadelphia Fed (Philly-Fed-Index) als vergleichsweise verlässlichen Vorläufer für den viel beachteten ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe der USA. Im weiteren Verlauf steht zudem noch die Industrieproduktion für Februar auf der Agenda.

Ungewöhnliche Szenen gab es für die Marktteilnehmer im großen Handelssaal der New York Stock Exchange (Nyse): Die legendäre Puppenfigur "Kermit, der Frosch" startete den Handel an der New Yorker Börse. Als "Stargast" läutete er - beziehungsweise der zuständige Puppenspieler hinter der Brüstung - die Eröffnungsglocke.

Der Besuch kam nicht von ungefähr: Am 21. März startet in den US-Kinos der neue Muppet-Film "Muppets Most Wanted". Ab Mai läuft der Streifen aus dem Hause Disney dann auch in Deutschland. Der Filmstart wird von einem bemerkenswerten Werbeprogramm begleitet: In der Vorwoche war das PR-Team rund um "Kermit" mit der prominenten Froschpuppe bereits bei First Lady Michelle Obama im Weißen Haus zu Gast. Die Aktien des Unterhaltungskonzerns Disney verteuerten sich um 1,6 Prozent.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/rts

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