Marktberichte

Konjunkturdaten und Ukraine Nervöser US-Handel mit Happy End

RTR3FSEV.jpg

Von wo kommen die Signale? US-Börsen mit kleinem Rücksetzer erwartet.

(Foto: REUTERS)

Robuste Signale aus der US-Wirtschaft locken die Käufer an die Wall Street. Dann schlägt die Politik zu, in Form der Ukraine-Krise. Die Kurse purzeln, drehen ins Minus. Aber politische Börsen haben ja bekanntlich kurze Beine.

In einem wechselhaften Geschäft haben die Blue Chips an der Wall Street zum Wochenschluss noch einmal leichte Gewinne verbucht. Die Anleger waren zwischen guten Konjunkturdaten und der Verschärfung der Krise in der Ukraine hin- und hergerissen. Starke Wirtschaftsdaten trieben den S&P-500 im Verlauf auf ein neues Allzeithoch. Am Donnerstag hatte der US-Marktindex erstmals über 1850 Punkten geschlossen, was Techniker als Signal für eine mögliche Rally werteten.

Dow Jones
Dow Jones 34.265,37

Im späten Geschäft nach 20.00 Uhr deutscher Zeit kam es dann zu einer dramatischen Umkehr, als die Indizes vorübergehend ins Minus drehten. Die Meldung, dass russische Truppen auf der Krim gelandet seien, drückte auf die Stimmung. Allerdings drehten die Märkte wieder nach oben und holten einen Teil der Verluste wieder auf. Teilnehmer sagten, der rasche Rückgang belege, wie fragil der aktuelle Aufschwung sei.

"Das Gerede über das russische Engagement in der Ukraine (...) macht die Leute ganz nervös", sagte Miachel James, Chef von Wedbush Securities in Los Angeles. Niemand wisse, was über das Wochenende geschehe, daher hätten viele erzielte Gewinne eingestrichen.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,3 Prozent auf 16.322 Punkte. Der S&P-500 stieg um 0,3 Prozent auf das neue Allzeit-Schlusshoch bei 1859 Punkten. Das neue Verlaufshoch liegt bei 1.867,92 Punkten. Der Nasdaq-Composite verlor 0,3 Prozent auf 4308 Punkte. Bei 4343 Punkten markierte er ein neues Jahreshoch.

Konjunkturdaten passen

Bei den Konjunkturdaten sahen die Investoren vor allem das Positive. Der Michigan- wie der Chicago-Index überraschten positiv. Bei letzterem überzeugte besonders die Beschäftigungskomponente, was eine Woche vor dem Monatsbericht zum Arbeitsmarkt freundlich aufgenommen wurde. Die vorbörslich veröffentlichte Revision zum US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal blieb indes ohne Überraschung. Nächste Richtmarke ist der am Samstag anstehende chinesische Einkaufsmanagerindex. Dieser könnte unter 50 fallen, was erstmals seit September 2012 wieder auf eine langsamer wachsende Wirtschaft hindeuten würde.

Bei den Einzelwerten stand die Citigroup im Blickpunkt. Die US-Bank muss den Gewinn für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2013 korrigieren: Bei der Citigroup-Tochter in Mexiko wurde ein Betrug aufgedeckt, weshalb der bereits veröffentlichte Nettogewinn um rund 235 Millionen Dollar niedriger ausfällt. Die Aktie gab 0,1 Prozent ab.

Während die Geschäftszahlen der Modekette Gap zum vierten Quartal die Erwartungen des Marktes übertrafen und auch die erhöhte Dividende gut ankam, enttäuschte der Ausblick auf 2014. Für die Aktie ging es 0,2 Prozent aufwärts. Salesforce.com weitete den Verlust in der Schlussperiode 2013 aus. Zudem wird der Finanzvorstand seinen Hut nehmen. Die Titel fielen um 5,8 Prozent.

Bei den Einzelwerten standen an der Wall Street Deckers-Aktien in Blickpunkt. Sie brachen um mehr als zwölf Prozent ein. Der Hersteller von Teva-Sandalen und Stiefeln der Marke "Ugg" erwartet für das erste Quartal überraschend einen Verlust.

Quelle: ntv.de, bad/DJ/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.