Marktberichte

Chinas Industriegeschäfte erhalten Dämpfer Nikkei widersetzt sich Asien-Trend

PS4_10.jpg

Werden die Geldpressen langsamer? Die Aussicht auf ein Ende der US-Anleihenkäufe sorgt für Abgabedruck an den asiatischen Märkten. Auch aus China kommen eher ernüchternde Nachrichten. Japan klammert sich dagegen an den wieder schwächeren Yen.

Die US-Notenbank gibt wieder einmal den Takt an den Börsen in Ostasien vor. Mit der Aussage, ihr Anleihekaufprogramm in den "kommenden Monaten" zu drosseln, sorgte sie in Sydney, Hongkong und Schanghai für fallende Kurse. Lediglich in Tokio trieb der schwächelnde Yen die Kurse auf ein neues Sechsmonatshoch.

Wie dem am Vorabend veröffentlichten Protokoll der Oktober-Sitzung der Federal Reserve zu entnehmen ist, rechnen die Währungshüter in den USA mit einem Zurückfahren der Käufe in den kommenden Monaten. Am Vortag hatte der Fed-Gourverneur von St. Louis, James Bullard, bereits den Dezember als möglichen Starttermin ins Spiel gebracht.

Nikkei legt zu

Kaum Impulse lieferte dagegen die Bank of Japan (BoJ). Sie lässt die Notenpresse weiter rotieren. Die Währungshüter entschieden das neunte Mal in Folge, ihren geldpolitischen Kurs unverändert fortzusetzen. An den Märkten war zuvor sogar spekuliert worden, dass die Notenbank nicht vielleicht doch eine Schippe drauflegen würde, weil sich das Wachstum im dritten Quartal halbiert hatte. Die Meinung wurde aber nur von einer Minderheit der BoJ-Kenner eingenommen. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten die Entscheidung so erwartet.

Gestützt durch den Kursverlust beim Yen waren an der Tokioter Börse vor allem die Aktien exportorientierter Unternehmen gefragt. Die Papiere von Kyocera verteuerten sich um 2,7 Prozent und Honda legten um 3,4 Prozent zu, während der Nikkei-Index 1,9 Prozent auf 15.366 Punkte gewann.

Gewinnmitnahmen in China

An den chinesischen Börsen ging es auch belastet von einem leichten Rückgang beim HSBC-Einkaufsmanagerindex für die Industrie bergab. In der vorläufigen Lesung sank der PMI im November auf 50,4 Punkte nach zuvor 50,9 Punkten. Dennoch erreichte der Index in den vergangenen sieben Monaten damit den zweithöchsten Wert. "Kurzfristig sind wir unverändert optimistisch für die Wachstumsperspektiven des Landes", sagte HSBC-Chefvolkswirt in China Qu Hongbin.

Belastet von Gewinnmitnahmen gehörten Rüstungswerte zu den Tagesverlierern. Nach den deutlichen Gewinnen an den vergangenen Tagen gaben Aerospace Communications Holdings 6,8 Prozent und Hafei Aviation Industry 6,2 Prozent ab. Angefeuert von der Hoffnung auf eine steigende Nachfrage angesichts des kälter als erwartet ausgefallenen Winters waren dagegen die Papiere von Kohlenminenbetreibern gefragt. Die Anteile von Zhengzhou Coal Industry & Electric Power gewannen 6,2 Prozent und Datong Coal Industry 4,8 Prozent, während der Shanghai-Composite 0,6 Prozent verlor und der HSI in Hongkong 0,4 Prozent einbüßte.

In Australien drückte der leichte Rückgang beim chinesischen Einkaufsmanagerindex auf die Stimmung. Während der Gesamtmarkt 0,4 Prozent einbüßte, schlossen die Anteile von BHP Billiton kaum verändert, nachdem sich Chairman Jacques Nasser zuversichtlich für die Erholung der US-Konjunktur gezeigt und für China im kommenden Jahr ein BIP-Zuwachs von sieben Prozent prognostiziert hatte.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

Mehr zum Thema