Marktberichte

Erleichterung nach Obama-Wahl Nikkei macht Verluste wett

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So gut wie sicher: Die zweite und letzte Amtszeit für Barack Obama.

(Foto: REUTERS)

Der Sieg von Amtsinhaber Obama bei der US-Präsidentschaftswahl sorgt an den Finanzmärkten für Erleichterung. Die Börsen in Asien machen Anfangsverluste nach einem überaus engen Rennen wett. Der Nikkei-Index notiert unverändert. Stärkere Reaktionen gibt es am Devisenmarkt und beim Goldpreis. Der Blick wendet sich hin zur "Fiskalklippe" in den USA.

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Mit Erleichterung haben die Finanzmärkte auf die rasche Entscheidung bei der US-Präsidentschaftswahl reagiert. Die Aktienbörsen in Tokio und Shanghai machten ihre Anfangsverluste wett und notierten fast unverändert bei 8972,89 beziehungsweise 2105,73 Punkten. Für den Dax sagten Banken und Brokerhäuser eine 0,6 Prozent festere Eröffnung voraus. Die Aussicht auf eine Fortsetzung der ultra-lockeren Geldpolitik drückte den Dollar-Kurs und trieb den Goldpreis in die Höhe.

"Der Wahlsieg von Barack Obama ist keine Überraschung", sagte ein Börsianer. "Aber wenigstens gibt es keine Hängepartie." Ähnlich urteilte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. "Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Wahlausgang werden nun aus dem Markt weichen. Allerdings kann von Euphorie keine Rede sein. Denn die Republikaner haben ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus behalten. Es muss damit gerechnet werden, dass der Kongress gespalten bleibt und die Blockaden der Vergangenheit auch in Zukunft zu erwarten sein werden."

Den USA droht im neuen Jahr ein Schuldendrama. Dann laufen Steuererleichterungen aus und stehen automatische Ausgabekürzungen an, sofern sich Präsident und Kongress nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Nach Ansicht der Experten könnte die weltgrößte Volkswirtschaft über diese sogenannte "Fiskalklippe" in eine Rezession stürzen.

Aussicht auf Geldschwemme lastet auf Dollar

Am Devisenmarkt verlor der Dollar-Index, der die Wechselkurse zu wichtigen anderen Währungen wie dem Euro spiegelt, 0,3 Prozent. Im Gegenzug verteuerte sich die europäische Gemeinschaftswährung auf 1,2863 US-Dollar nach 1,2811 US-Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

"Obamas Sieg bedeutet, dass die quantitative Lockerung der US-Geldpolitik weitergehen wird", sagte Yuji Saito, Chef des Devisenhandels der Credit Agricole in Tokio. Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Anleihe-Käufe (QE3) durch die US-Notenbank Fed zur Ankurbelung der schwächelnden Konjunktur lastete auf dem US-Dollar und stützte die Kurse der Staatspapiere. Der US-T-Bond-Future legte 31 Ticks auf 148-19/32 Punkte zu.

Vor diesem Hintergrund nahmen einige Anleger aus Furcht vor einer anziehenden Inflation Kurs auf den "sicheren Hafen" Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 1728,30 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). "Der Goldpreis wird in diesem Jahr sicher noch auf 1800 US-Dollar steigen", sagte Yuichi Ikemizu, Finanzmarkt-Experte der Standard Bank in Tokio.

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Quelle: ntv.de, rts