Marktberichte

Exporteure legen zu Nikkei schließt fester

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(Foto: REUTERS)

Keine klare Richtung der Märkte in Fernost: Während Tokio gewinnt, lässt Shanghai nach. Beim Nikkei sind es vor allem die großen Unternehmen Sony, Panasonic und Toyota, die gefragt sind. Sie profitieren vor allem von einem schwachen Yen.

Zu Wochenbeginn war an den ostasiatischen Börsen keine einheitliche Tendenz auszumachen. Auf den chinesischen Aktienmärkten lasteten Zweifel an einem tragfähigen Wirtschaftswachstum. In Tokio profitierten die Aktienkurse von der Erwartung, dass sich die US-Notenbank mit Zinserhöhungen noch etwas Zeit lässt.

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Genährt wurden diese Spekulationen von der Präsidentin der Federal Reserve, Janet Yellen. Sie hatte in ihrer Rede am Freitag auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole zwar festgestellt, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den USA bessert, aber keinen konkreten Zeitrahmen für Zinserhöhungen genannt. Die Beschäftigungssituation ist einer der bestimmenden Faktoren der US-Geldpolitik.

Der Nikkei-225-Index stieg um 0,5 Prozent auf 15.613 Punkte. Neben der Erwartung fortgesetzt niedriger US-Zinsen stützte die Abwertung der japanischen Landeswährung Yen zum Dollar besonders die Aktien exportorientierter Unternehmen wie Toyota, die um 0,7 Prozent zulegten. Sony rückten um 0,9 Prozent vor. Der Dollar stieg nachhaltig über die Marke von 104 Yen.

JVC Kenwood verteuerten sich um fast 27 Prozent. Laut "Nikkei" wird das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit Navi-Hersteller Garmin erweitern. Die beiden Unternehmen werden demnach Navigationssysteme für die Autohersteller entwickeln, die ab Werk in die Fahrzeuge integriert werden sollen.

Aktien von Chugai Pharmaceutical brachen gegen den Trend um 9,2 Prozent ein. Laut einem Medienbericht ist die Muttergesellschaft Roche nicht an einer Komplettübernahme der japanischen Tochter interessiert. Sie erwirbt stattdessen für 8,3 Milliarden Dollar das US-Unternehmen InterMune, wie am Wochenende bekannt wurde.

China-Börsen schwächeln

In Schanghai verlor der Leitindex Shanghai Composite 0,5 Prozent. Hier wirkte der enttäuschende HSBC-Einkaufsmanagerindex der vergangenen Woche nach, der Angst vor einem langsameren Wirtschaftswachstum geweckt hatte. Verkauft wurden unter anderem Aktien von Kohlebergwerksbetreibern, weil Anleger eine geringere Nachfrage nach Kohle befürchten. Shaanxi Coal Industry verloren 2,6 Prozent.

Auch an der Börse in Sydney wurden Aktien aus dem Bergbausektor verkauft. Zum einen ist China wichtigster Abnehmer australischer Rohstoffe. Zum anderen hat der Eisenerzpreis nachgegeben. BHP Billiton büßten 1,5 Prozent ein, Rio Tinto 1,3 Prozent und Fortescue 1,8 Prozent. Der Leitindex S&P/ASX-200 gab um 0,2 Prozent nach, nachdem er am Freitag auf den höchsten Stand seit sechs Jahren gestiegen war.

In Taiwan verteuerten sich die Aktien von HTC um 5,1 Prozent. Die Titel profitierten von einem neuen Gerät, das der Smartphonehersteller auf den Markt bringt. Der Leitindex Taiex schloss gut behauptet. In Seoul gewann der Kospi 0,2 Prozent. Der Kurs des Automobilherstellers Kia fiel um 0,7 Prozent, nachdem die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter des Unternehmens am Freitag vier Stunden gestreikt hatten.

Die Arbeitsniederlegung trifft Kia in einer empfindlichen Phase: Das Unternehmen bringt gerade überarbeitete Versionen zweier wichtiger Modelle auf den Markt. Eine Kaufempfehlung von CLSA verhalf der Aktie des Kosmetikherstellers Cosmax zu einem Plus von 6,3 Prozent. Das Unternehmen wird nach Meinung der Analysten vom Trend zu preisgünstigeren heimischen Produkten profitieren.

Quelle: n-tv.de, hvg/kst/rts/DJ

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