Marktberichte

Hoffen auf US-Geldspritze Nikkei über 9000 Punkte

Die Hoffnung auf eine neue Geldspritze von der US-Notenbank Fed beflügelt die Aktienkurse in Tokio. Der Nikkei-Index steigt zum ersten Mal seit zwei Wochen über die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten. Beflügeln lässt sich der Markt von China-Daten.

Die Hoffnung auf eine neue Runde geldpolitischer Konjunkturspritzen hat die Börsen in Fernost beflügelt. Eine überraschende Leitzinssenkung ausgerechnet im boomenden Schwellenland Brasilien schien die Spekulation zu bestätigen, dass eine Reaktion auch der US-Notenbank nicht mehr lange auf sich warten lässt. In

TOK703_MARKETS-JAPAN-STOCKS-_0824_1A.JPG70213662149599359.jpg

(Foto: REUTERS)

Tokio überwand der Nikkei-Index am Donnerstag erstmals seit zwei Wochen die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten. Dank einer robusten Nachfrage in China waren besonders Technologie- und Konsumwerte gefragt. Die Stimmung blieb aber vor Daten zur Entwicklung von Industrie und Arbeitsmarkt in den USA vorsichtig.

Der 225 umfassende Nikkei schloss mit 9060 Punkten und damit einem Plus von 1,2 Prozent. Beim breiter gefassten Topix erreichten die Aufschläge ein Prozent auf 778 Punkte.

Auch die übrigen asiatischen Märkte in Taiwan, Seoul und Hongkong legten zu, lediglich Schanghai notierte 0,3 Prozent leichter. Hier wurden vor allem Industriewerte verkauft, nachdem vorläufigen Daten zufolge Chinas Produktion im August stagniert hat.

Nach einem Rückgang auf ein mehr als zweijähriges Tief im Vormonat signalisierte der Einkaufsmanagerindex aber insgesamt eine Stabilisierung des Wachstums in der zweitgrößten Volkswirtschaft. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent kletterte daraufhin auf ein Monatshoch von 115 Dollar je Barrel (159 Liter). "Die chinesischen Daten haben den Markt erleichtert, aber die US-Daten stehen ja erst noch bevor", sagte Yutaka Shiraki von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Der Einkaufsmanagerindex der US-Industrie für August wird am Nachmittag veröffentlicht, am Freitag die Lage des Arbeitsmarkts.

Mit den anstehenden ISM-Daten aus den USA könnten sich die Sorgen über eine mögliche Rezession weiter abmildern. "Wir bewegen uns hier auf dünnem Eis, zumal aktuell die Optimisten gegenüber den Pessimisten überwiegen", warnte ein Analyst von SMBC Nikko Securities jedoch und fügte hinzu: "Die heutigen ISM-Daten und der am Freitag anstehende Arbeitsmarktbericht dürften die weitere Stimmung maßgeblich prägen."

Auf den chinesischen Markt ausgerichtete Exportwerte waren angesichts der guten Industriedaten aus China besonders gesucht. Fanuc kletterten um 2,8 Prozent und Komatsu um 4,1 Prozent, während Hitachi Construction Machinery 4,6 Prozent gutmachten. Honda Motor (+3,4 Prozent) und Sony (+2,0 Prozent) profitierten unterdessen vor allem von einer leichten Abwertung des Yen zum Dollar.

Der Elektronikkonzern Sony bringt in diesem Monat seinen ersten Tablet-PC auf den Markt und will sich damit trotz der übermächtigen Konkurrenz von Apples iPad ein Stück von dem lukrativen Markt abschneiden.

Nippon Steel stiegen um 3,1 Prozent und JFE Holdings um 2,8 Prozent und profitieren dabei von einem Medienbericht, nach dem angesichts der zuletzt starken Yen-Aufwertung und gesunkenen Rohstoffpreisen in der Stahlbranche mit niedrigeren Kosten zu rechnen sei.

Toyota Motors blieben mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent etwas hinter der Entwicklung der Automobilbranche zurück. Belastet hatten Meldungen aus China, nach denen Toyota-Fahrzeuge in der ersten Jahreshälfte häufig an schweren Unfällen beteiligt gewesen sein sollen.

Japan Wind Development verloren 4,5 Prozent. Das Unternehmen hatte für das zweite Quartal einen außerordentlichen Verlust von 1,7 Mrd Japanischen Yen angekündigt. Nach dem schweren Erdbeben im März diesen Jahres waren Japan Wind Development im Zuge eines Atomkraft-feindlichen Stimmungsumfeldes um mehr als 400% nach oben geschnellt.

Der Euro notierte etwas schwächer. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,4370 Dollar nach 1,4374 Dollar am Mittwochabend in New York. Die japanische Währung gab ebenfalls nach: Ein Dollar wurde mit 77,08 Yen bewertet. Am Vortag stand der Kurs noch bei 76,70 Yen. Gold, das als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, wurde kaum verändert mit 1824,54 Dollar gehandelt.

Quelle: ntv.de, rts/DJ

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.