Marktberichte

Keine Anleihenkäufe in Japan Nikkei verliert Schwung

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"Japans Wirtschaft erholt sich": Zusätzliche Hilfe gibt es nicht.

(Foto: AP)

An der Börse in Tokio zeigen die Trendpfeile zum Handelsschluss nach unten: Nach einer Zinsentscheidung der japanischen Notenbank geben Anleger ihre Hoffnung auf zusätzlich stützende Markteingriffe auf.

Der japanische Aktienmarkt ist am zweiten Handelstag der Woche mit klaren Abschlägen aus dem Handel gegangen. Beobachter verwiesen auf Aussagen der japanischen Notenbank. Die Bank of Japan (BoJ) hatte vor Handelsschluss bekanntgegeben, keine weiteren Schritte zur Eindämmung der jüngsten Schwankungen am Anleihemarkt zu ergreifen.

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab deutlich um 196,58 Punkte oder 1,45 Prozent nach und schloss bei 13.317,62 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 10,82 Punkte oder 0,97 Prozent auf 1101,15 Punkte nach.

Auslöser der jüngsten Kursverluste am Markt war Beobachtern zufolge die Entscheidung der Währungshüter, auf zusätzliche Schritte zur Beruhigung der Anleihemärkte zu verzichten. Nach ihrer zweitägigen Sitzung beließ die Bank von Japan ihre Geldpolitik unverändert.

Notenbank verzichtet auf Anleihenkauf

Dies sorgte an den Finanzmärkten für Enttäuschung unter manchen Investoren. Sie hatten damit gerechnet, dass die BoJ weiter gegen den jüngsten Höhenflug der Anleiherenditen vorgehen würde. Ansonsten, so lautete die Befürchtung, könnte das generelle Zinsniveau hochgetrieben werden, was wiederum den wirtschaftlichen Aufschwung gefährden könnte.

Die Zentralbank hätte etwa beschließen können, die Laufzeit bestimmter für die Banken günstiger Refinanzierungsgeschäfte zu verlängern. Das hätte von den Geldhäusern Druck genommen, Anleihen zu verkaufen, um ihre Bilanzen auszubalancieren. Einige Notenbanker hatten diese Möglichkeit ins Spiel gebracht.

Doch schließlich kam die BoJ wohl zum Schluss, dass die Anleiherenditen derzeit noch kein Risiko für die Konjunkturbelebung seien. "Japans Wirtschaft erholt sich", urteilten die Notenbanker in ihrer geldpolitischen Erklärung und äußerten sich damit etwas zuversichtlicher als vergangenen Monat.

Die BoJ-Entscheidung sorgte für Druck auf den Aktienmarkt und auf die Kurse der Staatsanleihen. Der Yen legte zum Dollar leicht zu und notierte zuletzt bei 0,0102 Dollar. Ein Dollar war 98,4640 Yen wert.

Auf Unternehmensebene befassten sich Anleger unter anderem mit einem milliardenschweren Übernahmeangebot: Der japanische Internet- und Mobilfunkanbieter Softbank hat seine Offerte für den US-Telekomkonzern Sprint Nextel aufgestockt. Das Unternehmen biete nun 21,6 Mrd. US-Dollar (16,3 Mrd. Euro) für Amerikas drittgrößten Mobilfunker, teilte Softbank mit.

Bislang lag das Gebot von Softbank bei 20,1 Mrd. Dollar. Zudem wollen die Japaner 78 Prozent von Sprint Nextel erwerben anstatt der bislang angepeilten 70 Prozent. Allerdings will auch Satelliten-TV-Betreiber Dish Network Sprint Nextel kaufen und dafür 25,5 Mrd. Dollar zahlen. Mit seiner neuen Offerte reagiert Softbank auf das höhere Angebot von Dish. Die für diesen Mittwoch geplante Aktionärsabstimmung über die Transaktion sei auf den 25. Juni verschoben worden, hieß es.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/rts

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