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Preise reagieren auf "Sandy" Öl-Raffinerien sind dicht

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Die Ostküste der USA im Auge von "Sandy".

(Foto: REUTERS)

Der zum "Monstersturm" ausgerufene Hurrikan "Sandy" fegt auch durch den Rohstoffmarkt. Mehrere US-Ölraffinerien müssen ihre Produktion einstellen. Die Lagerbestände steigen. Goldanleger schauen dagegen nach Indien.

Der Wirbelsturm "Sandy" hat die Versorgung der US-Ostküste mit Benzin, Diesel und Flugzeug-Treibstoff nahezu lahmgelegt. Die Raffinerien an der Ostküste drosselten ihre Kapazitäten um beinahe 70 Prozent, wie die Betreiber mitteilten, als "Sandy" auf die Ostküste traf. Zudem sollte die Colonial Pipeline, die die Ostküste mit den Raffinerien an der Golfküste verbindet, auf ihrer Hauptverbindung nach Philadelphia und New York City geschlossen werden. Außerdem haben die meisten großen Häfen entlang des betroffenen Ostküstenabschnitts ihren Betrieb eingestellt. Rund eine Million Barrel täglich werden über die Häfen importiert.

Öl, Light Sweet Crude
Öl, Light Sweet Crude 58,46

An den Terminmärkten notierten die Preise für die beiden großen Ölsorten Brent und WTI nahezu unverändert. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Btent kostete 109,48 Dollar, US-Leichtöl der Sorte WTI 85,71 Dollar. Die Preise für Heizöl und Benzin gaben je 0,3 beziehungsweise 0,6 Prozent auf 3,10 und 2,74 Dollar je Gallone nach.

Am Vortag hatten einige Anleger auf Versorgungsengpässe spekuliert und die Preise für Benzin und Heizöl hochgetrieben. "Wenn es keine großen Katastrophen gibt, werden die Preis wieder in die andere Richtung gehen", erklärte ein Analyst. Zudem könnte ein deutlicher Einbruch der Nachfrage - so sind bis zum Dienstag über 13.000 Flüge abgesagt worden - die Preise drücken. Das gelte nicht nur für Treibstoff, sondern auch für Benzin, erklärte ein anderer Börsianer. "Die Leute können nicht raus, sie können kein Benzin verbrauchen."

Händler sprachen aber von extrem geringen Umsätzen. An der Wall Street bleibt die Börse auch am Dienstag geschlossen.

Technische Reaktion

Nach den Verlusten vom Vortag haben die Preise für die Industriemetalle am Dienstag wieder angezogen. Händler sprachen von einer technischen Reaktion. Fundamental habe sich das Bild nicht verändert. Viele Anleger an den Rohstoffmärkten fürchten, dass die Konjunktur in den USA und Europa vorläufig nicht wieder in Schwung kommt und in China eine Verlangsamung bevorsteht. Unterstützt wurden die Preise von der freundlichen Tendenz an den europäischen Aktienmärkten, die trotz des Wirbelsturms "Sandy" und geschlossener US-Börsen positiv auf Quartalsbilanzen reagierten. Die Tonne Kupfer verteuerte sich um rund 1 Prozent auf 7777 Dollar.

Der Goldpreis behauptet sich indes mit 1713 Dollar je Feinunze in etwa auf Vortagsniveau. Laut Commerzbank wird der Goldpreis von der Fest-Saison in Indien unterstützt. "Die letzte Woche begonnene Feiertagssaison dauert noch bis Mitte November. An diese schließt sich nahtlos die Hochzeitssaison an, die bis in den Januar hinein geht. Sowohl während der Feiertags- als auch während der Hochzeitssaison wird normalerweise traditionell viel Gold verschenkt", erklärten die Analysten weiter. Allerdings könne die Nachfrage moderater ausfallen, da Gold in lokaler Währung stark gestiegen sei.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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