Marktberichte

OPEC-Fördermengen unverändert Ölpreise bleiben stabil

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(Foto: picture alliance / dpa)

Nachdem die OPEC sich entschieden hat, die Förderquoten nicht anzurühren, verharren die Ölpreise auf hohem Niveau. Saudi-Arabien kann sich nicht mit seinem Wunsch nach einer Ausweitung der Quoten durchsetzen.

Nach der gescheiterten Sitzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) haben die Ölpreise die starken Vortagesgewinne am Donnerstag halten können. Im Verlauf kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) 101,00 Dollar und damit 26 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent hielt sich ebenfalls nahezu unverändert und rutschte nur zehn Cent auf 117,75 Dollar.

Nach Einschätzung von Experten wird der Handel nach wie vor von der gescheiterten OPEC-Konferenz vom Vortag geprägt. Das Ölkartell konnte sich bei den Verhandlungen nicht auf eine Erhöhung der Fördermenge einigen. Die Gespräche wurden ohne Ergebnis beendet, obwohl sich das führende OPEC-Land Saudi-Arabien zuvor für eine Anhebung stark gemacht hatte.

Der saudische Ölminister Ali al-Naimi bezeichnete die Sitzung als eine der schlimmsten, die er je erlebt habe. Vor dem Scheitern der OPEC-Konferenz stand der Preis für US-Öl noch unter 99 Dollar und der für Brent-Öl an der Marke von 116 Dollar. Die Commerzbank deutet in einem Kommentar zur gescheiterten Konferenz eine mögliche Machtverschiebung innerhalb des Kartells an.

Die Meinungsverschiedenheiten sind laut Commerzbank zunächst einmal nicht ungewöhnlich. In der Vergangenheit hätten zum Beispiel Venezuela und Iran schon oft gegen Produktionserhöhungen argumentiert. Neu sei vielmehr, "dass das oppositionelle Lager so stark war, dass sich Saudi-Arabien als mit Abstand größter Produzent des Kartells und bislang dominanter Entscheidungsträger nicht hat durchsetzen können", hieß es weiter im Kommentar der Commerzbank.

Unterdessen ist der Preis für OPEC-Rohöl deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch im Durchschnitt 111,93 US-Dollar. Am Dienstag hatte ein Barrel noch 110,66 Dollar gekostet. Die OPEC berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

Goldpreis stagniert

Vor dem monatlichen Agrarbericht des US-Landwirtschaftsministeriums verteuerten sich Mais und Weizen. Die US-Kontrakte stiegen in der Spitze jeweils rund ein Prozent auf 7,69 beziehungsweise 7,59 Dollar je Scheffel.

Am Vortag hatte Mais bis zu vier Prozent zugelegt. Experten rechnen damit, dass das Ministerium die Prognose für die Mais-Bestände zum Ende der Saison 2010/2011 auf 706 von 730 Mio. Scheffel senken. "Die US-Maisnachfrage in den USA war recht hoch, vor allem zur Umwandlung in den Bio-Kraftstoff Ethanol", sagte Rohstoff-Stratege Luke Matthews von der Commonwealth Bank of Australia.

Die anziehende Nachfrage aus Japan gab Palladium Auftrieb. Das zur Herstellung von Katalysatoren benötigte Metall profitiere von der Aussicht auf eine Erholung der japanischen Automobil-Industrie, schrieben die Analysten von Macquarie in einem Marktkommentar.

Das schwere Erdbeben vom März und der anschließende Tsunami hatten zahlreiche Werke in Mitleidenschaft gezogen und zu Produktionsausfällen geführt. Palladium verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 803,72 Dollar je Feinunze. Das Schwestermetall Platin notierte kaum verändert bei 1818,49 Dollar.

Auch der Goldpreis hielt sich bei etwa 1535 Dollar auf dem Niveau des Vortages. Investoren warteten gespannt auf Hinweise, ob die US-Notenbank Fed nach dem Auslaufen ihres Anleihe-Ankaufprogramms Ende Juni ein weiteres Hilfspaket zur Ankurbelung der schwächelnden US-Konjunktur schnüren werde, sagte ein Börsianer.

Kupfer wird billiger

Die Verunsicherung über die Aussichten für die US-Konjunktur setzte unterdessen den Kupferpreis weiter unter Druck. Das Industriemetall verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 8969 Dollar je Tonne. Die Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage des weltweit größten Verbrauchers China bremste allerdings den Abstieg, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Die chinesischen Importzahlen sollen am Freitag vorgelegt werden.

Am Tag vor Veröffentlichung der malaysischen Lagerdaten ging der Preis für Palmöl weiter zurück. Eine Tonne des als Lebensmittel und Bio-Kraftstoff verwendeten Pflanzenfetts verbilligte sich um bis zu 3,1 Prozent auf 3213 Ringgit (728 Euro) und lag damit auf dem Niveau von Anfang Mai.

Analysten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg der Palmöl-Bestände zum Vormonat um 11,3 Prozent auf ein 16-Monats-Hoch von 1,86 Mio. Tonnen. Entscheidend sei aber die Frage, ob die starke Export-Nachfrage im Mai angehalten habe, betonten Börsianer. Hier sagen die Experten ein Plus von 5,1 Prozent voraus

Quelle: n-tv.de, rts/dpa

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