Marktberichte

Dollar wird stärker Rohstoffe geben nach

Leichte Kursgewinne des Dollar haben die Rohstoffpreise gedrückt. Selbst der Goldpreis musste seine Rekordjagd unterbrechen, markierte zuvor aber ein weiteres hoch. Die 1.200-Dollar-Marke bleibt in Reichweite.

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Spielt heute am Rohstoffmarkt die zweite Geige: Gold

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Anleger suchten die US-Währung als sicheren Hafen, was Händler auf die Zahlungsprobleme des Emirats Dubai zurückführten. Ein stärkerer Dollar macht die in der US-Währung abgerechneten Rohstoffe für Investoren außerhalb des Dollarraums teurer. Auch die Aktienmärkte bekamen den gesunkenen Risikoappetit der Investoren zu spüren und verbuchten deutliche Kursabschläge. Allerdings sei die Liquidität an den Märkten wegen des Thanksgiving-Feiertages in den USA sehr gering, sagten Händler. Die Kursausschläge bezeichneten sie deshalb als übertrieben.

Das ehemalige Boom-Emirat Dubai hatte Zweifel an seiner Zahlungsfähigkeit geweckt, als die Regierung um Zahlungsaufschub für das staatseigene Unternehmen Dubai World gebeten hatte.

Der Goldpreis markierte auch am Donnerstag mit 1.194,90 Dollar ein neues Rekordhoch. Im Zuge der Dollar-Gewinne gab der Preis für das Edelmetall aber wieder nach. Eine Feinunze kostete am Mittag mit 1183,95 Dollar 0,5 Prozent weniger als am Mittwoch.

Analysten erwarteten allerdings, dass der Goldpreis wieder zulegen dürfte und erklärten dies unter anderem mit Spekulationen auf weitere Goldkäufe von Zentralbanken, nachdem die Notenbanken von Indien und Sri Lanka Gold vom Internationalen Währungsfonds gekauft hatten. Dies locke Privatanleger in den Markt zurück, sagte ein Händler. "Gold ist in einem Aufwärtstrend, und es gibt nichts, was den Sprung über die Marke von 1.200 Dollar verhindern könnte", fügte er hinzu. In Euro umgerechnet kletterte der Preis zeitweise auf ein Neun-Monats-Hoch von 790,93 Euro. Damit trennen ihn nur noch 2,47 Euro von seinem im Februar markierten Rekordhoch.

Der Ölpreis gab einen Teil seiner Gewinne vom Mittwoch wieder ab. Ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 77,17 Dollar rund ein Prozent weniger als am Mittwoch. Der Preis war am Mittwoch nach einem geringer als erwartet ausgefallenen Anstieg der US-Öllagerbestände bis auf 78 Dollar geklettert. Nordseeöl verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 78,04 Dollar.

Der Kupferpreis kletterte zeitweise auf ein 14-Monats-Hoch, konnte im Verlauf die Gewinne aber nicht halten. Der Preis für das rote Basismetall fiel um 1,2 Prozent auf 6.927 Dollar, nachdem er zuvor um bis zu 0,6 Prozent auf 7.055 Dollar gestiegen war. Auch die Preise der anderen Industriemetalle gaben nach.

Quelle: n-tv.de, rts

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