Marktberichte

Ölpreisverfall sorgt für neue Tiefs Rubel bricht immer weiter ein

8703780.jpg

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Rubel kennt auf seiner Talfahrt nach unten keinen Stopp: Trotz Intervention der Notenbank rutscht die Währung immer weiter ab. Grund ist vor allem der Preisverfall auf dem Ölmarkt.

Allen Interventionen der russischen Zentralbank zum Trotz: Die Abwertung des Rubels auf täglich neue Allzeittiefs geht mit unverminderter Dynamik weiter. Neben dem konjunkturellen Abschwung im Zuge der westlichen Sanktionen macht dem Rubel vor allem der Ölpreisverfall zu schaffen, denn die russische Volkswirtschaft hängt noch immer ganz entscheidend vom Rohstoffexport ab.

US-Dollar / Rubel
US-Dollar / Rubel 63,75

Am Dienstag verliert der Rubel am frühen Handel in Moskau weitere 0,4 Prozent zum Euro-/Dollardevisenkorb auf 47,59. Der US-Dollar klettert abermals auf ein Allzeithoch von 42,60 Rubel. Seit Jahresbeginn ist die russische Währung damit um 22,7 Prozent eingebrochen. Auch der Euro erklimmt mit 54,07 Rubel einen neuen Höchststand - Ende 2013 erhielten Anleger für einen Euro noch 16 Prozent weniger Rubel.

Die russische Zentralbank erweiterte die Handelsspanne des Rubels zum Ende des Vortageshandels auf 38,40 bis 47,40 zum Euro-/Dollarkorb, wie die Notenbank mitteilte. Im laufenden Monat dürfte die Zentralbank nun bereits 64-mal das Handelsband verschoben haben. Dabei wird die Spanne in der Regel um fünf Kopeken angepasst, nachdem zur Stützung der Währung 350 Millionen US-Dollar veräußert worden sind. Seit Anfang Oktober hat die russischen Notenbank bereits 22,4 Milliarden Dollar zur Stützung der nationalen Währung aufgewendet - davon alleine am 23. Oktober 2,736 Milliarden Dollar.

Es wird weithin erwartet, dass die russische Zentralbank am Freitag auf ihrer turnusmäßigen Sitzung den Leitzins erhöht, nachdem die Inflation das diesjährige Ziel schon überschritten hat. Eine straffere Geldpolitik allein werde aber nicht genügen, um die rapide Abwertung des Rubel aufzuhalten, meinen die Analysten der ING. Eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte dürfte keine Wende am Devisenmarkt herbeiführen; die Zentralbank werde mehr tun müssen.

Quelle: ntv.de, sla/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen