Marktberichte

Pharma-Aktien im Fokus US-Anleger üben sich in Zurückhaltung

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(Foto: AP)

Die unklare Entwicklung im Handelsstreit sowie die bevorstehenden Zinsentscheide der Fed dämpfen an der Wall Street die Kauflaune. Einzig Übernahmen im Pharmasektor können die Investoren elektrisieren.

Wichtige Termine in den kommenden Tagen dämpfen zum Wochenstart die Kauflaune der US-Anleger. So kündigt die US-Notenbank am Mittwoch ihre Zinsentscheidung an. Die EZB folgt am Donnerstag, während am selben Tag die Briten ihr Unterhaus wählen. Am Sonntag läuft im Handelsstreit eine Frist aus, dann könnten die nächsten US-Strafzölle auf chinesische Güter im Wert von 156 Milliarden Dollar in Kraft treten. Betroffen wären davon unter anderem Smartphones und Spielsachen. Börsianer hoffen aber weiterhin, dass sich die beiden Supermächte doch noch entgegenkommen und es nicht zu einer Eskalation in dem Konflikt kommt.

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"Wie immer hängt es letztlich davon ab, was wir von Präsident Donald Trump oder von China darüber hören, wie es mit einem Handelsabkommen weitergeht", sagte Randy Frederick, beim Brokerhaus Charles Schwab zuständig für Handel und Derivate. Neben der Entwicklung im Handelsstreit dämpfen aber auch noch andere Termine die Kauflaune der Investoren. Der Dow-Jones-Index sank um 0,4 Prozent auf 27.910 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben 0,3 bzw. 0,4 Prozent nach.

Apple stellten den schwächsten Dow-Wert. Die Titel des Technologiegiganten büßten 1,4 Prozent ein. Ansonsten standen Übernahmen im Pharmasektor im Blick. Die französische Sanofi übernimmt das US-Biotechnologie-Unternehmen Synthorx für 2,5 Milliarden Dollar und legt dafür eine saftige Prämie auf den Tisch. Die Aktie folgte dem Gebot von 68 Dollar und explodierte um 170,5 Prozent auf 67,70 Dollar.

Merck & Co will Arqule übernehmen, ebenfalls ein Biotechnologie-Unternehmen. Auch der im Dow gelistete Konzern nimmt mit 2,7 Milliarden Dollar ordentlich Geld in die Hand. Die Aktie wurde um 103,9 Prozent nach oben getrieben. Merck büßten 0,1 Prozent ein.

Pfund legt zu

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Die Aktie von PG&E haussierte um 15,9 Prozent, nachdem der angeschlagene kalifornische Versorger sich mit den Opfern der Waldbrände geeinigt hatte. Er bezahlt 13,5 Milliarden Dollar, die Hälfte in bar - die andere Hälfte in Aktien. Der Digitalspieleentwickler Take-Two teilte mit, dass das Videospiel "BioShock" einem mehrjährigen Entwicklungsprozess unterworfen werde. Analyst Jeff Cohen von Stephen erklärte, dass Investoren auf eine zügige Neuauflage des beliebten Spiels gesetzt hätten. Der Kurs büßte 3 Prozent ein.

Am Devisenmarkt legte das Pfund zu, kam aber von den Tageshochs deutlich zurück. Die Märkte setzten offenbar weiter auf einen Sieg des amtierenden Premiers Boris Johnson bei den Wahlen. Nach neuen Umfragen können die Konservativen ihre Führung noch ausbauen. Die britische Devise stieg um 0,1 Prozent auf 1,3149 Dollar. Noch Anfang September stand das Pfund im Tief unter 1,20 Dollar. RBC Capital Markets ging davon aus, dass die Pfund-Rally nach den Wahlen zu einem Stillstand kommen dürfte.

Der Preis für die Feinunze Gold stagnierte bei 1.461 Dollar. Nach dem guten Arbeitsmarktbericht stünden die Zeichen in den USA nicht mehr auf Zinssenkung, hieß es. Daher verliere das Edelmetall trotz der Risikoscheu etwas an Glanz. Dagegen litt der Ölpreis unter schwachen chinesischen Exportdaten, weil sie den negativen Einfluss des Handelskonflikts auf die Weltwirtschaft zu belegen schienen. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI verlor 0,3 Prozent auf 59,02 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent ermäßigte sich ganz leicht auf 64,25 Dollar.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/DJ