Marktberichte

Job-Schwäche weckt Fed-Hoffnung US-Börsen entspannen sich

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(Foto: REUTERS)

Schlechte Nachrichten sind an der Börse manches Mal Anlass für steigende Kurse. Daher überrascht es nicht, dass ein mauer Arbeitsmarktbericht die Hoffnung der Anleger auf anhaltende Anleihenkäufe durch die US-Notenbank anfacht. Für die Indizes heißt das: Daumen rauf.

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Schwache Konjunkturdaten können auch ihr Gutes haben: Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht fällt etwas schlechter aus als erwartet. Die Anleger sehen es jedoch von der positiven Seite, denn die Daten nehmen ein wenig die Angst vor einem Schwenk in der Geldpolitik der US-Notenbank, die durch das am Vortag veröffentlichte Dezemberprotokoll ausgelöst wurde.

Der Dow-Jones der 30 Standardwerte legte 0,3 Prozent zu auf 13.435 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte 0,5 Prozent auf 1466 Zähler - der höchste Stand seit Ende 2007. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss kaum verändert bei 3101 Punkten.

Mit 155.000 neuen Stellen im Dezember lag der offizielle Arbeitsmarktbericht leicht unter den Prognosen von 160.000. Vor allem die Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent wird stark beachtet - erwartet worden waren 7,7 Prozent. Denn die US-Notenbank hatte bei ihrer Sitzung im Dezember mitgeteilt, so lange an ultraniedrigen Zinsen festhalten zu wollen, wie die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt.

"Was die Fed-Politik angeht, so sollte dieser Bericht dafür sorgen, dass es bei der aktuellen Politik bleibt", sagte Volkswirt Tom Porcelli von RBC Capital Markets in New York.

Für weiteren Kursauftrieb sorgte auch der bessere ISM-Index für den US-Service-Bereich im Dezember, auch wenn dieser durchaus für einen anstehenden Schwenk in der Geldpolitik spricht. Mit 56,1 wurde die Prognose von 54,0 Punkten deutlich überschritten. Noch im November lag der Wert bei 54,7 Punkten. Mit dem Anstieg kletterte der Index auf ein neues 10-Monats-Hoch. Die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der US-Wirtschaft wird damit weiter gestützt. Der US-Auftragseingang der Industrie im November lag daneben mit 0,1 Prozent Plus im erwarteten Rahmen.

Mehr Liquidität ist Trumpf

Ansonsten hallten die Worte der Fed nach. Am Vortag hatte sie das Dezemberprotokoll publiziert und für eine unliebsame Überraschung gesorgt: Ein Teil der Währungshüter will das Anleihenkaufprogramm bereits vor dem Ende 2013 aussetzen. Dieses Programm zur Stimulierung der Wirtschaft hat auch den Aktien genützt. "Eine schlechte Nachricht für Investoren", meinte denn auch Rebecca O'Keeffe, von Interactive Investor.

Unter den Einzelwerten ragten Eli Lilly heraus, die 3,7 Prozent in die Höhe schossen. Der Pharmakonzern sagte für 2013 ein Gewinnplus voraus und bewegt damit viele Anleger zu Käufen.

Apple-Aktien setzen ihre Abwärtstendenz mit einem Minus von 2,8 Prozent auf 527 Dollar fort. Dazu trugen nicht nur die sich hartnäckig haltenden Sorgen bei, beim Erfinder von iPhone, iPod und iPad könnten weitere Marktinnovationen ausbleiben. Auch wird erwartet, dass der wachstumsstarke Rivale Samsung Electronics seinen Vorsprung auf dem weltweiten Smartphone-Markt ausbaut. 

Einen regelrechten Absturz verzeichneten die Aktien des Medizintechnikunternehmens Accuray, die um 20 Prozent nachgaben. Accuray hatte am späten Vortag Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt und in diesem Zusammenhang den Abbau von 13 Prozent der Arbeitsplätze. Zudem rechnet das Unternehmen mit deutlich niedrigeren Gewinnen.

Coinstar verloren 3,8 Prozent. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass Chief Financial Officer J. Scott Di Valerio Nachfolger des ausscheidenden Coinstar-Chefs Paul Davis wird. Die Aktien von Progress Software könnten unter einem Rückgang des Umsatzes im vierten Quartal leiden, wenngleich das Unternehmen den Gewinn steigern konnte.

Quelle: n-tv.de, ddi/nne/DJ/rts