Marktberichte

Anleger halten sich zurück US-Indizes treten auf der Stelle

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(Foto: imago images/Levine-Roberts)

Erheben die USA Ende der Woche neue Strafzölle auf chinesische Produkte? Wegen der ungewissen Situation halten sich Anleger an der Wall Street mit Investitionen zurück. Unterdessen stufen Analysten Netflix herab. Befürchtet wird, dass der Streaminganbieter im kommenden Jahr Millionen Kunden verliert.

In den USA haben sich viele Anleger wegen der Ungewissheiten über den weiteren Verlauf des Handelsstreits mit China mit Investitionen zurückgehalten. Die wichtigsten Indizes der Wall Street tendierten nahezu unverändert. Zwar hofften Investoren auf eine Verschiebung der für den 15. Dezember geplante Einführungen neuer Zöllen. Trotzdem blieben die meisten vorsichtig. Die Nachricht, dass Vertreter der Regierungen der USA, Mexikos und Kanadas das neue Freihandelsabkommen USMCA unterzeichnet haben, sorgte für keinen Rückenwind mehr.

ExxonMobil
ExxonMobil 60,82

"Ich glaube, beide Seiten werden einen Weg finden, die Einführung der Zölle zu verzögern", sagte Marktstratege Art Hogan von National Securities. Man wisse aber nicht genau, was wahr sei. Deswegen reagiere der Markt nervös und warte Nachrichten über den Konflikt ab.

Der Dow-Jones-Index ging mit einem kleinen Minus von 0,1 Prozent auf 27.882 Punkte aus einem in der Breite sehr ereignisarmen Börsentag. S&P-500 und Nasdaq-Composite büßten ebenfalls 0,1 Prozent ein.

Verliert Netflix Millionen Kunden?

Der Dollar gab im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch etwas nach, abzulesen am 0,2 Prozent leichteren Dollarindex. Von der Fed wie auch von der EZB werden allgemein keine neue geldpolitischen Maßnahmen erwartet.

Das Pfund Sterling baute die jüngsten Gewinne noch etwas weiter aus, weil viele Anleger weiter auf einen Sieg der Konservativen von Premierminister Boris Johnson setzten und damit auf baldige Klarheit, was den Brexit betrifft. Nach einem zwischenzeitlichen Achtmonatshoch von 1,3215 Dollar kostete das Pfund zuletzt 1,3185 Dollar.

Am Rohstoffmarkt tat sich bei Öl und Gold wenig. Die Ölpreise stiegen leicht mit der Hoffnung, dass die weiteren Strafzölle im Handelsstreit noch vermieden werden können. Die Feinunze Gold kostete 1.464 Dollar, 2 mehr als am Vortag.

Netflix
Netflix 297,45

Am Aktienmarkt litten Netflix unter einer Abstufung auf "Underperform" durch das Analysehaus Needham und verloren 3,1 Prozent. Needham befürchtet, dass Netflix 2020 Millionen an Kunden verlieren wird. Exxon Mobil gingen 0,9 Prozent leichter aus dem Tag, damit aber von noch tieferen Niveaus im Verlauf erholt. Der Erdölriese war in einem Prozess zu den Auswirkungen des Klimawandels freigesprochen worden. Autozone zogen um 6,9 Prozent an. Der Autoteilehändler überraschte im ersten Quartal positiv. Designer Brands rutschten dagegen um 16,3 Prozent ab nach verfehlten Markterwartungen.

Dass der französische Pharmariese Sanofi seine Beteiligung von rund 21,6 Prozent an seinem Partner Regeneron auf den Prüfstand stellt, belastete die Regeneron-Aktie nicht, sie legte um 0,6 Prozent zu. Sanofi könne wegen einer Haltefrist mit dem Verkauf erst im Dezember 2020 beginnen und den Komplettausstieg nur sehr langfristig bewerkstelligen, hieß es dazu aus dem Handel.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/DJ