Marktberichte

Runter, hoch, runter Wall Street doch im Minus

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Und nun?

(Foto: picture-alliance/ dpa)

An der New Yorker Börse ist der Befreiungsschlag ausgeblieben. Das Thema Fiskalklippe bestimmt weiter das Handeln der Anleger. Positives zu diesem Thema gibt es nicht, ebenso zum Thema Griechenland aus der Eurozone. Home Depot muss als einziger Impulsgeber herhalten.

Die US-Börsen haben am Dienstag nach einer Berg- und Talfahrt mit Verlusten geschlossen. Kursbelastend wirkte weiterhin die Sorge vor einem Konjunktureinbruch in den USA zum Jahreswechsel wegen auslaufender Steuervergünstigungen und automatischer Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand (fiscal cliff). Ein unerwartet optimistischer Wirtschaftsausblick der weltgrößten Baumarktkette Home Depot trieb indes Käufe an. Zudem gab es Händlern zufolge erneut Spekulationen, Spanien stehe kurz vor einem Antrag auf Hilfen aus dem Rettungsfonds seiner internationaler Partner. Ein solcher Schritt würde als ruhestiftend in der Euro-Schuldenkrise angesehen.

Dow Jones
Dow Jones 28.989,73

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,5 Prozent auf 12.756 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,4 Prozent auf 1374 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,7 Prozent auf 2883 Stellen. Im frühen Geschäft hatten die Indizes noch deutlich im Minus tendiert. Der Dax in Frankfurt schloss praktisch unverändert mit 7169 Punkten.   

Schulden hier und dort

Die "Fiskalklippe" trat damit in den Hintergrund, ohne aber geklärt zu sein. "Ohne eine Lösung werden sich Aktien kaum vom Fleck bewegen", sagte Art Hogan von Lazard Capital Markets. Zum Jahreswechsel laufen in den USA Steuerentlastungen automatisch aus und Ausgabenkürzungen treten automatisch in Kraft. Wird das nicht gestoppt, würde das US-Defizit Experten zufolge zwar um 665 Mrd. Dollar sinken, aber zugleich die Wirtschaft zu Jahresanfang wohl in die Rezession abrutschen. Damit es nicht dazu kommt, müssen Demokraten und Republikaner ausloten, welche Regelungen auslaufen und welche etwa verlängert werden könnten.

Auch von der europäischen Schuldenkrise kamen keine Entspannungssignale: Euro-Staaten und IWF konnten sich beim Treffen der Finanzminister nicht darauf einigen, wie viel Zeit Griechenland für den Abbau seiner Schulden auf ein finanzierbares Niveau bekommen soll.  

Microsoft ohne "Mr. Windows"

Home Depot weckte Hoffnungen auf eine Belebung der US-Wirtschaft. Der als Barometer für die Entwicklung am kriselnden Immobilienmarkt und die Konsumlust der Verbraucher geltende US-Konzern hob nach einem überraschend kräftigen Gewinnplus im Quartal seine Jahresprognose an. Dabei konnte Home Depot vor allem von der jüngsten Entspannung am Häusermarkt profitieren. Die Aktie legte 4,2 Prozent zu.

Die Microsoft-Aktie schloss nach Abgang des Spitzenmanagers Steven Sinofsky 3,2 Prozent ins Minus. Der Chef der Windows-Sparte galt als aussichtsreichster Nachfolger von Vorstandchef Steve Ballmer - der mit dem Weggang offenbar seine Macht im Unternehmen festigt.

Die Papiere von AK Steel brachen um 17,5 Prozent ein. Der Stahlhersteller hatte vor steigenden Verlusten im laufenden Quartal gewarnt.

Quelle: ntv.de, rts