Marktberichte

Pfizer enttäuscht Anleger Wall Street feiert Befreiung

Wall_Street_NYRD106.jpg9099013922475710423.jpg

Die Geopolitik sorgt für Kopfzerbrechen.

(Foto: AP)

Ein Wust positiver und negativer Meldungen macht es den Anlegern an der Wall Street zum Wochenstart nicht leicht. Am Ende siegt aber die Zuversicht - und es steht ein Plus.

An der Wall Street haben zum Wochenstart ermutigende Konjunkturdaten die Ukraine-Krise etwas in den Hintergrund gedrängt. Nach Kursverlusten zum Handelsstart erholten sich die Börsenbarometer wieder und notierten wenig verändert. Teilnehmer staunten, wie gut der Markt Negatives wegsteckt. "Die Widerstandskraft des Markts ist verblüffend", sagte Channing Smith von Capital Advisors. Die Anleger ließen sich durch schlechte Nachrichten kaum verdrießen und jeder Rückschlag in den Kursen werde sofort zu Käufen genutzt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher bei 16.530 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,2 Prozent auf 1884 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,3 Prozent auf 4138 Punkte zu. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 9529,50 Stellen aus dem Handel.

ISM, China und Ukraine

Die Stimmung wurde gehoben durch den Aufschwung der US-Dienstleister: Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor stieg im April um 2,1 auf 55,2 Punkte, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 54,1 Zähler gerechnet. "Das ist eine weitere Bestätigung dafür, dass die Wirtschaft an Stärke gewinnt und wir vor einem kräftigeren Wachstum stehen", sagte Marktökonom Peter Cardillo von Rockwell Global Capital.

Die Börsen in Europa wurden von der Entwicklung in der Ukraine belastet. Im Osten des Landes sind die Kämpfe zwischen Truppen der Kiewer Regierung und prorussischen Separatisten wieder voll entbrannt. Zudem wuchsen an den Märkten Befürchtungen, dass die chinesische Wirtschaft als weltweiter Konjunkturmotor schwächelt. Die Industrie in der Volksrepublik verlor den vierten Monat in Folge an Boden. Der Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts und der Großbank HSBC stieg zwar um 0,1 auf 48,1 Punkte, blieb damit aber unter der Marke von 50 Zählern, ab der er ein Wachstum signalisiert.

Rückschlag für Pfizer

Der Pharmakonzern Pfizer sorgte mit seinen Quartalszahlen für einen weiteren Dämpfer. Dem Unternehmen machen mitten im Übernahmekampf um den britischen Rivalen AstraZeneca fallende Umsätze und Gewinne zu schaffen. Die Pfizer-Aktie verlor 2,5 Prozent.

Ebenfalls bergab ging es mit dem Kurs von JP Morgan, der 2,6 Prozent fiel. Die Bank befürchtet, dass die Einahmen im Handel mit Anleihen und Aktien im laufenden Quartal um rund 20 Prozent einbrechen.

Target ohne Chef

Unter Druck gerieten auch die Titel von Target. Sie rutschten um drei Prozent ab. Der drittgrößte US-Einzelhändler trennt sich ein halbes Jahr nach dem Hacker-Angriff, bei dem Millionen Kundendaten gestohlen wurden, von seinem Konzernchef.

Mehr als zehn Prozent nach oben schoss dagegen die Aktie des Luftfahrtzulieferers B/E Aerospace. Der Konkurrent Recaro prüft nach eigener Auskunft den Kauf von Geschäften des Unternehmens.

Bei Twitter liefen Haltefristen ab, rund 474 Millionen Aktien dürfen ab Montag gehandelt werden. Die Titel gaben 0,7 Prozent nach.

Die Aktie von Berkshire Hathaway fiel um 1,3 Prozent. Die Investmentgesellschaft von Warren Buffett hatte am späten Freitag über einen gesunkenen Gewinn im ersten Quartal berichtet.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

Mehr zum Thema