Marktberichte

Chiphersteller Intel enttäuscht Wall Street geht im Endspurt die Puste aus

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(Foto: picture alliance/dpa)

Nach gutem Start geben die Kurse an den US-Börsen zum Handelsschluss teilweise etwas nach. Experten erklären die Zurückhaltung der Anleger mit schwierigen Verhandlungen in Washington. Zu den Gewinnern des Tages gehört Spielzeughersteller Mattel.

Die Wall Street hat zum Wochenende nach einem wechselhaften Geschäft uneinheitlich geschlossen. S&P-500 und die Nasdaq-Indizes verbuchten leichte Gewinne, während der Dow-Jones-Index etwas nachgab. Die Investoren hätten vor dem Wochenende zurückhaltend agiert, hieß es. So befanden sich Demokraten und Republikaner weiter in zähen Verhandlungen um ein neues Konjunkturpaket. Nachdem es zuletzt wieder einige optimistischere Stimmen gegeben hatte, zeigte sich Larry Kudlow vorsichtig. Der ranghöchste Wirtschaftsberater des Präsidenten sagte, es würde sehr schwierig werden, selbst wenn man in den nächsten Tagen eine Vereinbarung erzielte. Auch Marktexperten bezweifelten, dass es tatsächlich vor den US-Präsidentschaftswahlen noch eine Einigung geben wird.

S&P 500
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Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 28.336 Punkte, der S&P-500 gewann 0,3 Prozent. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,4 Prozent nach oben.

Zudem gab die global rasant steigende Zahl der Corona-Fälle weiterhin Anlass zur Sorge. Auch in den USA ist deren Zahl mit zuletzt über 70.000 Neuinfektionen an einem Tag auf den höchsten Stand seit Juli geklettert. Seit Beginn der Pandemie gibt es schon rund 8,4 Millionen bestätigte Corona-Fälle in den USA.

Kaum Einfluss dürfte dagegen die letzte US-Fernsehdebatte zwischen dem Demokraten Joe Biden und US-Präsident Donald Trump haben, hieß es. Die beiden Kandidaten hätten ihre unterschiedlichen Standpunkte erneut zum Ausdruck gebracht. Zudem hätten schon rund 47 Millionen Amerikaner ihre Stimme per Briefwahl abgegeben, was den Einfluss der Debatte begrenze.

Weltweite Lockdowns bremsen Ölpreise

Der Euro legte mit unerwartet positiven Industriedaten aus Deutschland zu. Dank der erneut kräftigen Steigerung der Industrie ist die deutsche Wirtschaft im Oktober auf Wachstumskurs geblieben. Die Entwicklung war jedoch zweigeteilt: Während die Industrie boomte, schrumpfte der Servicesektor. Der von IHS Markit erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verringerte sich ganz leicht. Das Konjunkturbarometer signalisierte aber weiter Wachstum. Der Euro tendierte im späten Geschäft mit 1,1864 Dollar nahe seinem Tageshoch.

Die Ölpreise gaben nach. Belastet wurde das Sentiment weiterhin von der global rasant steigenden Zahl an Neuinfektionen und in der Folge immer häufiger verhängten Lockdowns. Dies dürfte sich negativ auf die erwartete konjunkturelle Erholung auswirken. Dazu kommt das weiter herrschende Überangebot auf dem Ölmarkt. So hat der Dienstleister Baker Hughes die fünfte Woche in Folge über eine steigende Zahl aktiver Bohrlöcher in den USA berichtet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 2,2 Prozent auf 39,74 Dollar, Brent gab 1,8 Prozent ab auf 41,68 Dollar.

Rohöl (WTI)
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Der Goldpreis tendierte wechselhaft, am Ende gab er etwas nach. Der Preis für die Feinunze verlor 0,1 Prozent auf 1.903 Dollar. Mit der gestiegenen Risikoscheu stießen die US-Anleihen wieder auf Kaufinteresse. Die Rendite zehnjähriger Titel fiel um 2,6 Basispunkte auf 0,84 Prozent.

Spielzeughersteller Mattel deutlich im Plus

Bei den Einzelwerten ging es für die Intel-Aktie um 10,6 Prozent abwärts. Der Chipkonzern hatte im dritten Quartal mit Umsatz und Gewinn massiv enttäuscht. Der Gewinn sank um 28 Prozent auf 4,3 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz fiel um fast 5 Prozent auf 18,3 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 1,02 Dollar. Der Kreditkartenkonzern American Express hat im dritten Quartal weniger verdient als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und die Markterwartungen verfehlt. Die Einnahmen nach Abzug der Zinsaufwendungen waren trotz eines Einbruchs jedoch höher als erwartet. Für die Aktie ging es um 3,7 Prozent nach unten.

Mattel
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Dagegen verbesserten sich Gilead Sciences um 0,2 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Medikament Veklury (Remdesivir) zur Behandlung von Covid-19-Patienten zugelassen. Das antivirale Medikament hatte bereits Anfang Mai eine Notfallgenehmigung erhalten. Für die Curevac-Aktie ging es um 2 Prozent aufwärts. Das Biopharma-Unternehmen hat in seinen präklinischen Studien mit dem Impfstoffkandidaten CVnCoV gegen Covid-19 positive Daten gewonnen. Der Impfstoffkandidat wird derzeit in klinischen Studien der Phase 1 und Phase 2a untersucht.

Die Mattel-Aktie erhöhte sich um 9,6 Prozent. Die Drittquartalszahlen des Spielzeugherstellers hatten die Markterwartungen deutlich übertroffen.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ