Wirtschaft
Wo geht es noch hin in diesem Jahr?
Wo geht es noch hin in diesem Jahr?(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 21. Dezember 2017

Banken, Boeing, BIP: Wall Street rettet Gewinne knapp

Auch wenn die Steuerreform von US-Präsident Trump noch nicht endgültig auf dem Weg ist, die US-Anleger preisen sie bereits ein. Auch Konjunkturdaten pushen und mögliche Übernahmefantasien. Aber am Ende fehlt das Stehvermögen.

Mit einem leichten Plus hat die Wall Street den Handel am Donnerstag beendet. Die zur Wochenmitte verabschiedete US-Steuerreform war weiterhin Gesprächsthema. Vor allem die möglichen Auswirkungen auf die US-Konjunktur und die Unternehmen. Dagegen ließ der am Freitag drohende "Government Shutdown", die Zahlungsunfähigkeit der Regierung, die Investoren weitgehend kalt. Es bleibt nur noch ein kleines Zeitfenster für Republikaner und Demokraten sich zu einigen.

In den Fokus rückt jetzt die "continuing resolution", mit der sich der Kongress beschäftigen muss. Mit dem Gesetz soll die Finanzierung der Regierungsausgaben gewährleistet werden, wenn der aktuell noch gültige Ausgabenrahmen am Freitag auslaufen sollte. Für den Fall, dass dieses Gesetz nicht rechtzeitig vorgelegt und auch beschlossen wird, könnten die automatischen Kürzungen dadurch verhindert werden, indem das Steuergesetz erst im Januar 2018 vom US-Präsidenten unterzeichnet wird, hieß es.

Der Dow-Jones-Index erhöhte sich 0,2 Prozent auf 24.782 Punkte. Der S&P-500 verbesserte sich 0,2 Prozent auf 2685 Zähler. Für den Nasdaq-Composite stand ein Plus von 0,1 Prozent auf 6965 Stellen zu Buche.

Konjunkturdaten ziehen

Diskutiert wurde weiter die Steuerreform. Einige Unternehmen wollen die geringeren Steuerlasten in höhere Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe stecken. Andere Konzerne wollen ihren Mitarbeitern einen Bonus zahlen, wie AT&T und Comcast, oder den Stundenlohn anheben, wie Wells Fargo und Fifth Third Bancorp. "Die Steuerreform könnte zum größten Umdenken der Konzerne in den vergangenen zehn Jahren führen", sagte Investment-Stratege Charlie Smith von Fort Pitt Capital Group.  Starker Philly-Fed-Index stützt das Sentiment

Im vorweihnachtlich nachrichtenarmen Umfeld fanden die US-Konjunkturdaten stärkere Beachtung. Unter diesen stach vor allem der Philadelphia-Fed-Index mit einem unerwartet deutlichen Anstieg im Monat Dezember heraus. Dagegen beantragten in der vergangenen Woche überraschend viele Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe, wobei die Zahl der Erstanträge jedoch auf niedrigem Niveau verharrte. Das BIP im dritten Quartal blieb in dritter Lesung leicht unter den Erwartungen, und der Chicago Fed National Activity Index ging im Vergleich zum Oktober zurück. Der Index der Frühindikatoren für den November traf mit einem Plus von 0,4 Prozent exakt die Markterwartung.  Banken- und Technologiewerte gesucht

Banken im Blick - und Embraer

Gesucht waren weiter die vermeintlichen Gewinner der Steuerreform. Dazu gehörten vor allem die Bankenwerte. Hier stieg die Aktie von Goldman Sachs um 2,3 Prozent und JP Morgan gewannen 1,6 Prozent. Auch die Werte aus dem Technologie-Sektor legten nach zuletzt zwei Tagen mit Abgaben leicht zu. Die Papiere von Verizon stiegen um 0,5 Prozent. Für die Titel von Accenture ging es um 1,6 Prozent nach oben. Das Unternehmen erhöhte nach überzeugenden Zahlen den Ausblick für 2018.

Dagegen brach die Aktie des Innenausstatters Bed Bath & Beyond nach enttäuschenden Zahlen um 12,5 Prozent ein. Das Unternehmen übertraf zwar die Erwartungen der Analysten, allerdings nur auf deutlich ermäßigtem Niveau. So halbierte sich der Gewinn im dritten Quartal aufgrund diverser Rabattaktionen.

Für die Aktie von Boeing ging es um 1,0 Prozent nach unten. Der US-Flugzeugkonzern und Embraer haben Gespräche in Bezug auf eine mögliche Übernahme des brasilianischen Herstellers bestätigt. Mit dem Kauf würde sich der Airbus-Konkurrent bei Regionalflugzeugen verstärken. Informierten Personen zufolge beinhalte ein möglicher Deal einen relativ hohen Aufschlag für Embraer. Airbus hatte erst vor kurzem angekündigt, die Mehrheit an einem Joint Venture für die Mittelstreckenjets der C-Serie von Bombardier zu übernehmen.

Quelle: n-tv.de