Marktberichte

Zypern-Krise? Na und! Dow verarbeitet Mini-Schock

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Die USA schauen heute eher nach innen.

(Foto: REUTERS)

Trotz der sich überschlagenden Ereignisse in Zypern bleiben die Anleger an der Wall Street gelassen. Der Dow fällt nur kurz ins Minus, erholt sich dann aber wieder. Marktteilnehmer sehen frische Daten zur US-Konjunktur als stützend an. Statt Panik sprechen sie lediglich von vereinzelten Gewinnmitnahmen.

Das umstrittene Rettungspaket für die zyprischen Banken hat am Dienstag auch an der Wall Street die Aktienkurse belastet. Erfreuliche Daten vom US-Immobilienmarkt vermochten den Markt aber zu stützen. Zwischenzeitlich waren die Kurse stärker unter Druck geraten, als sich abzeichnete, dass die Beteiligung privater Spareinlagen an der Bankenrettung im zyprischen Parlament keine Zustimmung finden würde. Die Regierungspartei hatte schon am Nachmittag mitgeteilt, sie werde sich bei der Abstimmung enthalten. Am Abend lehnte das Parlament dann erwartungsgemäß die Sondersteuer auf Bankguthaben ab. Daraufhin stabilisierten sich die Märkte.

Der Dow-Jones-Index schloss kaum verändert bei 14.456 Punkten. Der S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1.548 Punkte. Der Nasdaq-Composite gab um 0,3 Prozent auf 3229 Punkte nach. In Frankfurt hatte der Dax 0,8 Prozent auf 7948 Zähler eingebüßt.

Gewinnmitnahmen statt Panik

Marktteilnehmer schrieben die Kursverluste an den US-Aktienmärkten eher Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Rekordhochs zu. Bei der geplanten Sondersteuer in Zypern dürfte es sich um einen Einzelfall handeln. Die Politiker der anderen Krisenländer Italien und Spanien dürften genug Verstand besitzen, um diese Methode nicht zu kopieren. Zypern sei auch insofern ein Sonderfall, als es als kleine Volkswirtschaft über einen ungewöhnlich großen Bankensektor verfüge. Daher bestehe nur geringe "Ansteckungsgefahr".

Aktien von Electronic Arts fielen um 8,3 Prozent. Der Unternehmenschef des Videospielentwicklers, John Riccitiello, wird seinen Posten Ende März abgeben und damit in einer Phase, in der sich EA mit schwächeren Umsätzen konfrontiert sieht. EA warnte, dass Umsatz wie auch Gewinn im laufenden Quartal am unteren Rand der Prognosen ausfallen werden.

Bei der Aktie des Kopfhörerherstellers Skullcandy sorgte eine Personalie dagegen für ein deutliches Plus von 7,5 Prozent. Das Unternehmen hatte Hoby Darling von Nike zum neuen Präsidenten und Vorstandschef ernannt.

Die Aktien von Boeing legten leicht um 0,4 Prozent zu. Der US-Flugzeugbauer hat vom irischen Billigflieger Ryanair einen Großauftrag über 175 Maschinen des Typs 737-800 der neuen Generation erhalten. Nach aktuellen Listenpreisen hat das Geschäft ein Volumen von nahezu 15,6 Mrd. Dollar.

Unter Druck standen ferner die Aktien von Lululemon mit einem Minus von 2,8 Prozent. Der Hersteller von Sportbekleidung nimmt Yoga-Hosen vom Markt, weil diese zu transparent sind. Wegen der Rückrufaktion musste das Unternehmen auch seine Absatz- und Umsatzerwartungen für das erste Quartal nach unten korrigieren.

Energietitel schwach

An der Wall Street gehörten ebenso Energietitel zu den Verlierern. Der PHLX-Sektorindex für Öldienstleistungen fiel um drei Prozent. Schlumberger sackten mehr als 4 Prozent ab, Halliburton ebenso.

Einbußen gab es auch bei Citigroup. Der Kurs des Geldhauses gab rund 1 nach. Die Großbank legt mit der Zahlung von 730 Millionen Dollar einen Rechtsstreit mit Anlegern bei. Die Einigung sei ein weiterer signifikanter Schritt, um die Ansprüche zu begleichen, die direkt aus der Finanzkrise stammen, teilte Citigroup mit.

Aufwärts ging es dagegen mit Immobilienwerten. Das PHLX-Branchenbarometer zog 0,2 Prozent an. Neue Daten zeigen, dass die Erholung am krisengebeutelten US-Immobilienmarkt an Fahrt gewinnt. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Februar auf den höchsten Stand seit 2008.

Quelle: ntv.de

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