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Immobilienbank braucht Geld Aareal bezieht Staatshilfe

Der Immobilienfinanzierer Aareal nimmt Staatshilfe aus dem Bankenrettungspaket der Bundesregierung in Anspruch. Es würden sowohl eine Eigenkapitalhilfe als auch ein Garantierahmen beantragt, teilte das Wiesbadener Institut am Sonntag mit.

Mit dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer schlüpft ein weiteres Finanzinstitut unter den Bankenrettungsschirm der Bundesregierung. Einer Mitteilung der Aareal Bank AG zufolge gewährt der Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) dem Institut eine sogenannte Stille Einlage in Höhe von 525 Mio. Euro sowie einen Garantierahmen für neue Emissionen im Volumen von bis zu vier Milliarden Euro.

Die Maßnahme wird von der Bank ausdrücklich als Vorsorge dargestellt. Man habe sich mit dem SoFFin auf die Maßnahmen geeinigt, um ein "nachhaltig profitables Geschäft dauerhaft abzusichern und zugleich das sehr schwierige Marktumfeld zu überbrücken".

Nach vorläufigen Zahlen hat die Aareal-Gruppe das Geschäftsjahr 2008 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Das Vorsteuerergebnis des Konzerns habe bei 117 Mio. Euro gelegen. "Der Vergleichswert des Vorjahres (380 Mio. Euro) war maßgeblich von positiven Sondereffekten in Höhe von 221 Mio. Euro geprägt."

Im vierten Quartal verbuchte die Gruppe einen Vorsteuergewinn von elf Millionen Euro. "Damit hat die Aareal Bank Gruppe in allen Quartalen seit Ausbruch der Finanzmarktkrise schwarze Zahlen geschrieben". In der Mitteilung ist in diesem Zusammenhang von dem für den Finanzsektor "schwierigsten Quartal seit Jahrzehnten" die Rede.

Dividende gestrichen

Die Stille Einlage des SoFFin werde zu 100 Prozent als Kernkapital angerechnet. Durch diese Maßnahme erhöhe sich die Kernkapitalquote der Aareal Bank "deutlich". Ohne Berücksichtigung der Stillen Einlage lag die Quote Ende 2008 nach Angaben der Bank bei 8,0 Prozent.

Die mit neun Prozent verzinste Einlage will die Bank "möglichst rasch" zurückzahlen. Die Dividende für 2008 und 2009 wird gestrichen. "Im Interesse einer zügigen Rückführung der Stillen Einlage wird die Aareal Bank für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 keine Dividende zahlen", heißt es dazu in der Mitteilung. "Wenn die Aareal Bank zu einem späteren Zeitpunkt während der Stillen Einlage eine Dividende zahlt, erhöht sich die Verzinsung der Stillen Einlage um 0,5 Prozentpunkte je 0,25 Euro Dividende."

Nach der Stärkung ihrer Kapitalbasis liege die Aareal Bank auf dem Niveau vieler internationaler Wettbewerber, die sich bereits rekapitalisiert haben, teilt die Bank weiter mit. Die Kapitalbasis entspreche damit den "im Zuge der Finanzmarktkrise gestiegenen Marktanforderungen". Zugleich sieht sich die Bank mit der gestärkten Kapitalbasis in der Lage, "die möglichen Folgen einer drohenden Rezession in wichtigen Märkten abzufedern".

Quelle: ntv.de

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