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Zertifikatefonds ungeschützt Abgeltungssteuer greift zu

Schlechte Nachrichten für Anleger: Zertifikatefonds sollen ihren Bestandsschutz vor der Abgeltungssteuer verlieren. Dies sehe der Entwurf des Bundesfinanzministeriums zum Jahressteuergesetz 2009 vor, schreibt die "Financial Times Deutschland". Demnach zahlen Anleger auf im Fonds realisierte Gewinne aus Zertifikaten selbst dann Abgeltungsteuer, wenn sie die Anteile noch 2008 erwerben. Künftig gelten die im Fonds realisierten Gewinne dem Anleger als zugeflossen und unterliegen einmal jährlich der Pauschalsteuer.

Damit würde ein wichtiger Vorteil der Zertifikatefonds wegfallen. Sie galten bislang als Ausweg vor der Abgeltungssteuer. Auf Gewinne aus Zertifikaten, die nach dem 14. März 2007 erworben wurden, müssen Anleger ab Juli 2009 nämlich 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen. Für Fonds dagegen gilt ein großzügiger Bestandsschutz: Wer die Anteile noch 2008 erwirbt, kann Kursgewinne auch nach vielen Jahren steuerfrei vereinnahmen. Ausgenommen von dieser Regelung sind nun Fonds, die in Zertifikate investieren, vorausgesetzt, das Jahressteuergesetz tritt wie geplant im Dezember in Kraft. Von der Gesetzesänderung nicht direkt betroffen seien Fonds, die Zertifikatestrukturen mit Terminmarktinstrumenten wie Optionsscheinen nachbilden, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf.

Das Gesetz muss noch Bundestag und Bundesrat passieren. Zuletzt waren aus der SPD-Fraktion Überlegungen laut geworden, die Abgeltungssteuer womöglich doch nicht einzuführen. Finanzexperten hatten dies heftig kritisiert, da dies zu großer Unsicherheit bei den Steuerzahlern führe. Damit werde der Flucht in Steuerparadiese wie der Schweiz und Liechtenstein Vorschub geleistet, hieß es.

Quelle: n-tv.de

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