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Rettungspaket begrüßt Ackermann erklärt sich

Nach einer sehr deutlichen Aufforderung der Bundesregierung hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann das milliardenschwere Rettungspaket für die Finanzwirtschaft begrüßt. Die Bank lege Wert darauf, "dass sie das betreffende Gesetz der Bundesregierung selbstverständlich unterstützt - unabhängig davon, dass sie selbst kein Kapital vom Staat benötigt", ließ er erklären.

Sprecher Ronald Weichert betonte, Ackermann habe an der Erarbeitung "persönlich mitgewirkt und öffentlich erklärt, dass die im Rahmen dieses Gesetzes bereitgestellten Finanzmittel für den Steuerzahler "gut angelegt" sind". Ackermann habe auch "öffentlich davor gewarnt, "aus falschem Prestigedenken" die von der Regierung angebotene Hilfe nicht in Anspruch zu nehmen".

Ein "Spiegel"-Bericht hatte zuvor für jede Menge Wirbel gesorgt. Das Magazin hatte den Manager mit dem Satz zitiert: "Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden." Ein Sprecher hatte dies daraufhin als "reine Kolportage" bezeichnet.

Aufruhr in der Regierungsbank

Vize-Regierungssprecher Thomas Steg hatte Äußerungen Ackermanns zu einem Verzicht auf das Staatsgeld unverständlich, inakzeptabel und nicht nachvollziehbar genannt. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hätten ihr Befremden deutlich gemacht. Ackermann beweise mangelnde Einsicht und fehlendes Verständnis "für das, was sich in den vergangenen Wochen ereignet hat." Dies sei umso unverständlicher, als er selber an der Konzeption des Rettungspakets mitgearbeitet habe.

Ackermanns Äußerungen "waren so zu verstehen, dass derjenige, der Gelder des Staates in Anspruch nimmt, gleichsam ein schlechtes Gewissen haben muss. Das gilt für die Bundesregierung als absolut unverständlich und inakzeptabel", sagte Steg. Unternehmen, die sich unter den Rettungsschirm begeben würden, bewiesen Mut und handelten verantwortungsbewusst und keinesfalls ehrenrührig. Gerade Ackermann habe immer nach einer systemischen Lösung gerufen. Dass er dies nun kritisiere, sei nicht nachvollziehbar.

Auch SPD-Chef Franz Müntefering kritisierte Ackermann. Die Einlassungen seien nicht hilfreich gewesen und wohl auf "jugendlichen Übermut" des 60-Jährigen zurückzuführen, spottete Müntefering. Er mahnte die Banker zur Vorsicht. "Das, was da ausgelöst wird, ist ja gewissermaßen die Diskriminierung desjenigen, der als erster startet", fügte er hinzu. Auch im Parteipräsidium seien die Äußerungen kritisiert worden.

Quelle: ntv.de