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Neuer Job, alte Feinde Apotheker vs. Oracle

Auf seinem neuen Chefsessel bei Hewlett-Packard wird der frühere SAP-Chef Leo Apotheker wohl so manches Deja-Vu-Erlebnis haben. Denn wie einst SAP, ist sich auch HP nicht gerade grün mit dem Softwareriesen Oracle.

Leo Apotheker, ehemaliger SAP-Vorstandssprecher, soll Chef von Hewlett-Packard werden.

In manche Themen muss sich Leo Apotheker nicht neu einarbeiten.

Die Aufgabe ist neu, doch der Gegner ist derselbe. Wenn der frühere SAP-Chef Leo Apotheker seinen neuen Job auf dem Chefsessel bei Hewlett-Packard antritt, stößt er auf seinen alten Rivalen: Oracle. Der Kampf zwischen dem Walldorfer Unternehmen und dem US-Konzern um Softwarekunden wurde in den vergangenen Jahren mit harten Bandagen ausgetragen, Oracle forderte eine Milliarde Dollar Schadenersatz wegen angeblichen Diebstahls von geistigem Eigentum. Auch HP hat Oracle aufs Korn genommen. Oracle hatte HP wegen des Umgangs mit dem nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten HP-Chef Mark Hurd kritisiert und Hurd dann in den eigenen Verwaltungsrat berufen.

Mit seinem überraschenden Sprung an die HP-Spitze kann Apotheker seine Auferstehung als Top-Manager feiern. Ab November führt das SAP-Urgestein den weltgrößten Computerhersteller. Das Rampenlicht scheute Apotheker, der neben Französisch noch fließend Deutsch, Hebräisch, Englisch und Niederländisch spricht, noch nie. In Deutschland galt der 57-jährige lange als "weltgewandter Grandseigneur" unter den Dax-Managern. Die Wahlheimat des zweifachen Vaters ist Paris, in seiner Freizeit kümmert er sich gern um seinen gut bestückten Weinkeller.

Bei Europas größtem Softwarekonzern SAP war Apotheker langsam und stetig die Karriereleiter hinaufgeklettert. An die Spitze wurde der Manager, dem der Ruf eines begnadeten Verkäufers vorauseilte, im April 2008 als Co-Vorstandsvorsitzender berufen. Für neun Monate lenkte er dann ab Mai 2009 allein die Geschicke von SAP. Dabei agierte er recht glücklos und fiel bei vielen Kunden, darunter Siemens, in Ungnade. Die mehrfach verschobene Markteinführung der wichtigen Mittelstands-Software "Business-by-Design" sowie der Plan, Wartungsgebühren anzuheben, sorgten für Unmut. Analysten bemängelten, Apotheker fehle es an einer klaren stimmigen Strategie für den Konzern. Immerhin zeigte er Durchsetzungskraft und sorgte für die ersten Stellenstreichungen seit der SAP-Gründung. Im Februar 2010 verlängerte SAP den Vertrag Apothekers nicht mehr, er trat zurück.

Quelle: n-tv.de, rts

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