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Nächster US-Schock? Ausfälle bei Amex

Die US-Hypothekenkrise macht zunehmend auch Firmen aus der Kreditkartenbranche Schwierigkeiten: Nach Capital One schockierte auch American Express seine Anleger. Der Kartenanbieter muss wegen steigender Zahlungsausfälle im vierten Quartal einen Wertverlust vor Steuern von 440 Mio. Dollar (297 Mio. Euro) verbuchen. Nach Steuern liege der Betrag bei 275 Mio. Dollar, teilte das Unternehmen nach Börsenschluss in New York mit.

Als Grund nannte das Unternehmen sinkende Ausgaben seiner Kreditkartenkunden und befürchtete Zahlungsausfälle, die zu einem Sonderaufwand von 440 Mio. US-Dollar im vierten Quartal geführt hätten.

Die negativen Entwicklungen seien im Dezember insbesondere in Kalifornien, Florida und in jenen Bundesstaaten zu beobachten gewesen, die besonders stark unter der Immobilienkrise litten, teilte American Express-Chef Kenneth Chenault am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Das deute daraufhin, dass die Probleme auf dem Häusermarkt sich immer stärker auch auf die allgemeine Kauflaune der Verbraucher niederschlügen. Die Entwicklung sei ein Zeichen für eine Abschwächung der US-Wirtschaft.

Die Wall Street reagierte empfindlich auf die Nachricht: Die Papiere von American Express verbilligten sich nachbörslich um fünf Prozent. CapitalOne-Aktien verloren zwei Prozent, nachdem sie im Handelsverlauf aufgrund der eigenen Gewinnwarnung bereits fast zehn Prozent an Wert eingebüßt hatten. Auch Papiere des Rivalen MasterCard gerieten in den Abwärtssog und rutschten nachbörslich rund vier Prozent in den Keller.

Wegen der Probleme rechnet American Express für das vierte Quartal mit einem Gewinn aus fortlaufenden Geschäften in einer Spanne zwischen 70 und 72 Cent je Aktie. Zuvor hatten Analysten im Durchschnitt 87 Cent prognostiziert. Für das abgelaufene Geschäftsjahr geht American Express von 3,38 US-Dollar bis 3,40 US-Dollar je Aktie aus und bleibt damit ebenfalls unter den Erwartungen. Für das laufende Jahr zeigte sich das Unternehmen vorsichtig gestimmt.

Bereits zuvor hatte CapitalOne seine Aktie auf Talfahrt geschickt, nachdem das Unternehmen zum dritten Mal innerhalb von neun Monaten seine Prognose gesenkt hatte. Als Grund nannte die Firma ebenfalls Verluste mit Verbraucherkrediten, weshalb man im abgelaufenen Jahr voraussichtlich 20 Prozent weniger verdient haben werde als zuletzt in Aussicht gestellt. Demnach wird der Gewinn je Aktie voraussichtlich nur noch 3,97 US-Dollar betragen statt der bisher angepeilten fünf US-Dollar. Für das Schlussquartal gab der Konzern als Marke etwa 60 US-Cent Gewinn je Aktie aus und liegt damit ebenfalls deutlich unter den Analystenerwartungen.

Schätzungen zufolge haben die US-Verbraucher derzeit Kreditkarten-Schulden in Höhe von 915 Mrd. US-Dollar. Die Kreditkarte habe nach Ansicht des Marktes das Potenzial, die US-Konjunktur in die nächste Krise zu stürzen, berichtete Ende letzten Jahres n-tv-Wall-Street-Korrespondent Lars Halter.

Quelle: ntv.de

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