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Abspaltung der Eurohypo Coba-Streit vor dem Ende

Die EU-Kommission und die Bundesregierung haben sich in ihrem Streit über Staatshilfen für die Commerzbank grundsätzlich geeinigt. Laut "Financial Times Deutschland" muss Deutschlands zweitgrößtes Geldinstitut seine Hypothekentochter Eurohypo abspalten, darf aber ihr Osteuropageschäft behalten. Die Bundesregierung und Brüssel verhandeln derzeit noch über Details der Einigung. Dem Vernehmen nach soll das Übereinkommen jedoch noch im April bekannt gegeben werden.

Die Commerzbank kommt damit glimpflicher davon als in Finanzkreisen befürchtet. Für eine Genehmigung der EU-Kommission von Staatshilfen im Umfang von insgesamt 18,2 Mrd. Euro muss die Bank einen Restrukturierungsplan vorlegen. Als Gegenleistung für die Hilfe fordert Brüssel tief greifende Einschnitte, um entstandene Wettbewerbsverzerrungen auszugleichen.

Verkauf der Dresdner-Töchter

Nach "FTD"-Information stellt die Commerzbank zudem aus freien Stücken ihr eigenes sowie das Geschäft der von ihr übernommenen Dresdner Bank mit vermögenden Privatkunden in der Schweiz und in Luxemburg zur Disposition. Über den Verkauf der Töchter sei zwar noch nicht endgültig entschieden. Es soll aber das Interesse von Investoren ausgelotet werden. Nicht mehr im Gespräch ist dagegen der Verkauf der Töchter Deutsche Schiffsbank und KGAL. Der Verkauf des Bankhauses Reuschel, einer Dresdner-Bank-Tochter, soll in den nächsten Wochen gestartet werden.

Die Dresdner Bank Schweiz gehöre dabei zu den größten Tochterunternehmen, die zum Verkauf stehen, schrieb die Zeitung. Das in Zürich ansässige Institut mit Repräsentanzen in Singapur und Spanien wies per 31. Dezember 2008 eine Bilanzsumme von 1,432 Mrd. Franken (rund 947 Mio. Euro) und ein Eigenkapital von 194,1 Mio. Franken (rund 128 Mio. Euro) aus. Die gut 300 Mitarbeiter sind auf vermögende Privatkunden spezialisiert. In diesem Segment arbeitet auch die Dresdner-Tochter in Luxemburg.

Ehe die beiden Einheiten auf den Markt kommen, wolle die Commerzbank jedoch Käufer für Reuschel suchen. Hierfür arbeite die Investmentbank Goldman Sachs bereits an Informationsmemoranden für mögliche Interessenten an der Dresdner-Bank-Tochter, so die "Welt".

Ex-Dresdner-Manager geht vor Gericht

Unterdessen wird die Milliardenverluste schreibende Dresdner Bank von ihrem früheren Chef für das Kapitalmarktgeschäft auf die Zahlung einer Abfindung in Millionenhöhe verklagt. Jens-Peter Neumann, der die Dresdner Bank nach dem Verkauf an die Commerzbank im Januar verlassen hatte, pocht auf die Zahlung von 1,5 Mio. Euro. Er machte seine Forderung vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt/Main geltend. Die Dresdner Bank will jedoch nicht zahlen, weil sie unter anderem wegen Belastungen in der von Neumann früher verantworteten Kapitalmarktsparte 2008 einen Verlust von 6,3 Mrd. Euro eingefahren hatte.

Am 6. August geht die Verhandlung in die nächste Runde, weil sich die beiden Parteien nicht gütlich einigen konnten, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Ein Sprecher der Dresdner Bank wollte sich nicht dazu äußern. Die Anwältin von Neumann war zunächst nicht erreichbar.

Kurz vor seinem Ausscheiden hatte Neumann noch einen Bonus von drei Mio. Euro erhalten, den die Dresdner Bank überdies zurückhaben will. Die Commerzbank hatte im Februar dieses Jahres nach der Dresdner-Übernahme sämtliche erfolgsabhängige Prämien für 2008 für die Banker gestrichen. Unter anderem der ehemalige Bankchef Herbert Walter hatte daraufhin auf seinen Bonus verzichtet.

Neumann war im April 2006 zu der Investmentbanktochter der Dresdner Bank gekommen. Zuvor war der heute 50-Jährige bei der HVB, Goldman Sachs und Credit Suisse First Boston beschäftigt.

Das Verfahren mit Neumann ist wohl nicht das einzige für die Commerzbank und ihre Tochter Dresdner Bank: Mehrere ehemalige und noch angestellte Investmentbanker wollen die Häuser auf die Zahlung bereits zugesagter Boni verklagen. Medienberichten zufolge haben die Banker bereits Anwaltskanzleien eingeschaltet. Die frühere Dresdner-Mutter Allianz hatte den Bankern Prämien von 400 Mio. Euro versprochen.

Quelle: ntv.de