Sorgen um KonjunkturDGB verlangt Zinssenkung
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht Regierung und die EZB in der Pflicht angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten aktiv zu werden. Um die Konjunktur zu stützen sollen staatliche Ausgaben vorgezogen und der Leit-Zins gesenkt werden.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sorgt sich nach den Kursstürzen an den Weltbörsen um die Konjunktur in Deutschland. Es müsse verhindert werden, dass der Investitionsprozess der Wirtschaft und das allgemeine Wachstum "nicht abrupt unterbrochen werden", sagte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki. Er forderte die Europäische Zentralbank (EZB) auf, gemeinsam mit der amerikanischen und der japanischen Notenbank die Zinsen zu senken, um die Kredite für Unternehmen zu verbilligen.
Bundesregierung und Bundesländer sollten "kurzfristig geplante Auftragsvergaben und öffentliche Investitionen vorziehen und damit Wachstumsimpulse geben". Matecki sprach sich für ein mittelfristig angelegtes Stabilitätsprogramm mit Investitionen in die Bereiche Energie, Umwelt und Verkehr aus. Weitere Steuersenkungen für Unternehmen und Großverdiener sowie weitere "realitätsferne Schuldenverringerungsprogramme" lehnte er ab.