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Neuer Hilferuf verhallt vorerst EU lässt Zypern abblitzen

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Zyperns Brandbrief trifft in EU auf wenig Verständnis

(Foto: picture alliance / dpa)

In einem chaotischen Prozedere einigen sich Mitte April die Euro-Partner auf Hilfen für Zypern und bewahren es vor der Pleite. Das Land leidet nach dem Platzen einer Kreditblase unter seinem überdimensionierten Finanzsektor. Nur wenige Monate später will das Land das Paket nachverhandeln und stößt damit auf Widerstand bei den EU-Partner.

Zypern macht sich mit seinem neuerlichen Hilferuf bei den europäischen Partnern keine Freunde. Beim Treffen der Euro-Finanzminister in Luxemburg zeichnete sich Widerstand dagegen ab, das zehn Mrd. Euro schwere Programm für das kriselnde Euro-Land neu zu verhandeln. "Ich gehe davon aus, dass großes Unverständnis bei allen Kollegen und Kolleginnen darüber herrscht, dass man etwas, was noch gar nicht abgewickelt ist, wo aber schon Geld geflossen ist, jetzt wieder aufdröselt", sagte Österreichs Ministerin Maria Fekter. Sie könne sich nicht vorstellen, dass es einen Alternativvorschlag gebe. Eine solche Ansage "kann man nur machen, wenn man eine bessere Lösung hat, und die kenne ich nicht".

Deutlicher wurde der deutsche Vertreter im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen: "Es gibt keine machbare Alternative für Zypern als die hundertprozentige Umsetzung der Strategie, die im Hilfsprogramm vereinbart wurde."

Griechenland und Bankenunion auf der Agenda

Zuvor hatte Zyperns Präsident Nikos Anastasiades in einem Brandbrief an die EU um Hilfen für die größte Bank des Landes, die Cyprus Bank, gebeten. Die große Rettungsaktion vom April sei "ohne sorgfältige Vorbereitung" erfolgt und gefährde nun Zyperns Gesamtwirtschaft.

Auf der Tagesordnung der Beratungen stand einmal mehr die Lage in Griechenland sowie die Regierungskrise nach der Schließung des Staatsrundfunks. Dort konnte am Vorabend ein Bruch der Koalition abgewendet werden. Beschlüsse zu Griechenland standen bei dem Treffen nicht an.

Die Finanzminister wollten zudem grundsätzlich Regeln für direkte Finanzspritzen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM an marode Banken vereinbaren. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sagte: "Wir haben Fortschritte gemacht. Ich hoffe, dass wir heute Ergebnisse bekommen." Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erwartete eine Einigung auf Grundsätze. Auch Asmussen zeigte sich zuversichtlich.

Quelle: n-tv.de

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