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BoE reagiert auf Krise EZB belässt Zinssatz

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins für die Euro-Zone wie erwartet erneut nicht angetastet. Der Schlüsselzins für die Versorgung der Kreditwirtschaft bleibe bei vier Prozent, teilte die Notenbank nach einer Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt mit. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wird die Gründe für den Beschluss auf einer Pressekonferenz am Nachmittag (14.30 Uhr MESZ) erläutern. Beobachter erwarten, dass er keine Hinweise auf bevorstehende Zinssenkungen geben wird.

Die EZB steckt seit Monaten in einem Dilemma. Einerseits steigt die Inflation - was eigentlich höhere Zinsen nötig machen würde. Andererseits trübt sich das konjunkturelle Umfeld wegen der Finanzkrise ausgehend von den USA immer mehr ein. Wegen des starken Teuerungsdrucks waren zuletzt immer mehr Beobachter von der früheren Annnahme abgerückt, die EZB werde bald die Zinsen senken und damit zum Kreis derjenigen Zentralbanken stoßen, die den Geldhahn weiter aufdrehen um der schwächelnden Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Die meisten Experten rechnen nun erst zum Ende des Jahres mit einer Lockerung der Geldpolitik in den Ländern der Währungsunion. Der Leitzins in der Euro-Zone steht seit vergangenem Juni - also bevor die Subprimekrise begann und Turbulenzen den Kapitalmärkten zu schaffen machten - bei vier Prozent.

Bank of England reagiert auf Finanzkrise

Zur Abfederung der Kreditkrise hat die Bank of England zum dritten Mal innerhalb von fünf Monaten den Leitzins gesenkt. Trotz der steigenden Inflation reduzierten die Notenbanker den Schlüsselzins am Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten könnten die Realwirtschaft so stark bremsen, dass die Inflation mittelfristig unter die Zielmarke von zwei Prozent sinken könnte, erläuterte die Bank of England.

Zuletzt hatten sich die Wachstumsaussichten der britischen Wirtschaft wegen der Finanz- und Immobilienkrise immer weiter eingetrübt. Die Märkte hatte zuletzt der kräftigste Verfall der Häuserpreise seit Anfang der 90er Jahre aufgeschreckt. Gleichzeitig werden die britischen Verbraucher immer skeptischer, während die Banken die Vergabe von Krediten einschränken. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Land in diesem Jahr deshalb mit 1,6 Prozent das schwächste Wachstum seit über zehn Jahren voraus. Notenbankchef Mervyn King hat 2008 bereits als das schwierigste Jahr seit der Unabhängigkeit der Notenbank 1997 bezeichnet.

Bislang haben die Kreditinstitute die beiden vorangegangenen Zinssenkungen kaum an die Verbraucher weitergereicht. So kündigte die zweitgrößte britische Hypothekenbank kurz nach der Zinssenkung sogar an, die Zinsen für neue Kunden zu erhöhen. Experten befürchten deshalb, dass die Zinssenkungen der Bank of England verpuffen und sagen eine weitere Lockerung der Geldpolitik voraus. Der Zinsabstand zur Euro-Zone verringert sich damit auf einen Prozentpunkt, da die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ihren Leitzins wie erwartet bei 4,0 Prozent beließ.

Quelle: n-tv.de

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