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Kaution für Todkranken Ex-Yukos-Manager frei

Russland hat nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte den todkranken früheren Öl-Manager Wassili Alexanjan aus der Untersuchungshaft entlassen. Für den früheren Vizepräsidenten des Energiekonzerns Yukos sei eine Kaution von 50 Mio. Rubel (1,2 Mio. Euro) gezahlt worden, sagte Alexanjans Anwältin Jelena Lwowa.

In der vergangenen Woche hatten die Straßburger Richter die fast dreijährige Untersuchungshaft des 36-Jährigen als inakzeptabel bezeichnet. Lwowa dankte im Namen Alexanjans für die Spenden zur Zahlung der außergewöhnlich hohen Kaution.

Im russischen Recht gebe es genügend "vernünftige und weniger strenge Zwangsmaßnahmen, um die Untersuchungshaft zu ersetzen", hatten die Straßburger Richter befunden. Vor drei Wochen hatte ein Gericht in Moskau entschieden, den schwer kranken Mann gegen die Kaution aus der Haft zu entlassen. Der Prozess gegen ihn war im Februar unterbrochen worden. Eine Entlassung aus der Untersuchungshaft wurde aber damals abgelehnt.

HIV-Therapie verwehrt

Für die Freilassung von Alexanjan hatten sich Menschenrechtsaktivisten in aller Welt eingesetzt. Er leidet an Aids sowie an Lymphdrüsen-Krebs und ist fast blind. Nach Angaben seiner Anwälte war ihm mehr als ein Jahr lang eine geeignete HIV-Therapie verwehrt worden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte der russischen Justiz vor einer Woche in einem Urteil eine unmenschliche Behandlung des Häftlings vorgeworfen.

Alexanjan war im April 2006 festgenommen worden, ihm wurde Untreue, Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Deutlich mehr Aufsehen erregte der Fall des früheren Yukos-Chefs Michail Chodorkowski, der seit gut fünf Jahren wegen Steuerhinterziehung inhaftiert ist. Beobachter vermuteten hinter der Festnahme des einflussreichen Ölmagnaten politische Beweggründe. Chodorkowskis Antrag auf vorzeitige Haftentlassung wurde im Oktober dieses Jahres abgelehnt.

Quelle: ntv.de

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