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Endlich ein Umsatzplus Exporteure sehen Licht

Die deutschen Exporteure haben erstmals seit einem halben Jahr wieder ein Umsatzplus geschafft. Im März verkauften sie preis- und saisonbereinigt 0,7 Prozent mehr ins Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das war der erste Anstieg seit September 2008. Im Februar hatte es noch ein Minus von 1,3 Prozent gegeben. Experten hatten einen Rückgang von zwei Prozent erwartet.

Die deutschen Ausfuhren sind dabei im März nicht mehr so schnell wie in den ersten Monaten des Jahres gesunken. Der Rückgang lag zwar noch bei 15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, erreichte aber nicht mehr die Rekordwerte von über 23 Prozent in den Monaten Januar und Februar. Im Vergleich zum Vormonat Februar gab es im März sogar erstmals seit September wieder einen leichten Zuwachs. Er betrug nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes 0,7 Prozent. Ähnlich sah die Entwicklung bei den deutschen Einfuhren aus. Auch hier erreichte der Rückgang im Jahresvergleich mit 11,6 Prozent nicht mehr die hohe Jahresveränderungsrate von minus 16,9 Prozent im Februar. Im Vormonatsvergleich steht auch hier ein leichtes Plus von 0,8 Prozent zu Buche - der erste Anstieg seit dem Sommer 2008.

Wegen der weltweiten Nachfrageflaute rechnet der Exportverband BGA für 2009 mit einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Gründung der Bundesrepublik 1949.

Zu früh für Euphorie

Vor diesem Hintergrund fiel die Reaktion der Analysten verhalten aus, auch wenn die Zahlen ihre Erwartungen übertroffen haben. "Das sind erfreuliche Daten. Aber ich habe so meine Zweifel, dass jetzt die große Stabilisierung einsetzt. Für Euphorie ist es zu früh", sagte Jürgen Michels, Citigroup. Dafür seien die Neuaufträge in den vergangenen Monaten zu deutlich gesunken. "Es wird noch einige Rückschläge geben. Aber der freie Fall ist gestoppt."

"Das ist ein Silberstreif am Horizont", meint dagegen Thorsten Polleit von Barclays. "Das hellt die Stimmung auf, zumal zuvor schon die Industrieaufträge gestiegen waren. Das lässt hoffen, dass die Talfahrt zu Ende ist. Das allein ist schon ein positives Ergebnis." Der Außenhandel dürfte die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal aber ungeachtet des Exportanstiegs im März stark belastet haben.

"Der deutsche Patient ist auf dem Weg der Besserung, aber er ist immer noch krank", meint Andreas Rees von Unicredit. Langsam aber sicher zeige sich bei den harten Zahlen eine gewisse Stabilisierung. Die Rezession sei aber noch nicht vorbei. Ein Rückschlag bei den Exporten oder den Industrieaufträgen im April oder Mai sei nicht auszuschließen. "Aber die Anzeichen verdichten sich, dass die Rezession im Frühjahrsquartal deutlich geringer ausfallen wird als zu Jahresbeginn. Das Schlimmste ist definitiv vorbei."

Quelle: ntv.de, rts, dpa, AFP