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Spannung wegen Stresstests Fed für dickere Kapitaldecken

Die großen US-Banken brauchen nach Einschätzung der Notenbank bei einer Verschärfung der Rezession deutlich dickere Kapitaldecken als bislang vorgeschrieben. Das teilte die Fed in einer Erklärung zu den Modalitäten der sogenannten Stresstests für die Banken mit. Die Finanzmärkte warten mit Spannung auf die Ergebnisse der Überprüfung, die am 4. Mai vorliegen sollen.

Die Zentralbank äußerte sich in ihrer Erklärung nicht dazu, auf welches Niveau die 19 zur Diskussion stehenden Banken ihre Kapitalpuffer aufstocken sollten. Sie betonte aber, dass die Ergebnisse der Stresstests kein Maß für die gegenwärtige Zahlungsfähigkeit der Institute seien. Vielmehr solle damit herausgefunden werden, welche Banken zusätzliches Kapital benötigen, um eine noch tiefere Rezession zu überstehen. Die meisten Banken in den USA hätten mehr als ausreichende Kapiteldecken. Ein allgemeiner Rückgang des umlaufenden Kapitals und der unsichere Konjunkturausblick habe das Kreditgeschäft der Banken jedoch gelähmt.

Details zum Stresstest

Mit den Stresstests will die Regierung unter Präsident Barack Obama das Vertrauen in die amerikanische Finanzbranche wiederherstellen. Der Kollaps des US-Immobilienmarktes, wachsende Kreditausfälle und die tiefe Rezession haben den Banken schwer zugesetzt. Finanzminister Timothy Geithner hatte die Tests im Februar als Teil der Pläne angekündigt, die Finanzbranche vom Giftmüll der unverkäuflichen Wertpapiere zu befreien und den Kreditfluss wieder in Gang zu bringen.

Die Regierung gab Details ihres Prüfverfahrens bekannt, mit dem sie derzeit die Überlebensfähigkeit und den weiteren Finanzbedarf der größten Banken untersucht. Bei dem Verfahren werde geprüft, wie die 19 Großbanken einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr um 3,3 Prozent überstehen würden, teilte das Finanzministerium in Washington mit. Weiteres Prüfkriterium sei, welche Auswirkungen es auf die Banken hätte, wenn die US-Wirtschaft im kommenden Jahr nur um 0,5 Prozent zulegen würde.

Das Präsidialamt erklärte, die Regierung strebe eine große Transparenz an und werde einige Ergebnisse der Stresstests öffentlich zugänglich machen. Einige Institute würden voraussichtlich selbst ihre Resultate veröffentlichen. Dem Stresstest unterziehen sich unter anderem Citigroup, JPMorgan Chase, Wells Fargo, Bank of America, Goldman Sachs und American Express.

Quelle: ntv.de