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Citigroup und Bank of America Frische Milliarden nötig?

Die US-Geldhäuser Bank of America und Citigroup könnten einem Zeitungsbericht zufolge mehr Kapital benötigen. Dies hätten die ersten Ergebnisse der sogenannten Stresstests der US-Aufsichtsbehörden ergeben, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Der US-Branchenprimus Bank of America würde demnach mehrere Milliarden US-Dollar benötigen, so die Quelle. Über die Höhe des Kapitalbedarfs bei der Citigroup wurde hingegen zunächst nichts bekannt. Ein Sprecher der New Yorker Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Manager beider Banken wehren sich gegen die vorläufigen Ergebnisse des Stresstests, heißt es aus informierten Kreisen. Beide Banken wollten in diesen Tagen detailliert darlegen, warum ihre Kapitalausstattung ausreichend ist. So argumentiert Citigroup laut informierten Kreisen, dass sie unter anderem durch den Verkauf von Smith Barney und ihrer japanischen Brokersparte ihre Kapitalausstattung verbessern werde.

Die in den vergangenen Tagen den Bankmanagern mitgeteilten Resultate der Tests seien vorläufig, teilte die US-Regierung mit. Man werde in dieser Woche weiterhin über die spezifischen Ergebnisse diskutieren.

Milliarden für US-Bankenriesen

Bank of America und Citigroup haben zusammen bereits 95 Mrd. US-Dollar an Finanzspritzen sowie Hunderte Mrd. US-Dollar an Bürgschaften erhalten. Die Bank of America nutzte ihre 45 Mrd. US-Dollar an Finanzspritzen zum Teil dazu, die Verluste aus dem Kauf der Investmentbank Merrill Lynch zu decken.

Die beiden Banken werden nicht die einzigen sein, die im Zuge der Stresstests ihre Kapitalausstattung verbessern werden müssen. Analysten erwarten, dass die Regions Bank, die Fifth Third Banccorp sowie Wells Fargo ebenfalls weiteres Kapital benötigen. Wells Fargo wollte den Bericht nicht kommentieren, die beiden anderen Banken waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Insgesamt führt die US-Regierung derzeit bei 19 Banken Stresstests durch. Die Ergebnisse sollten ursprünglich am 4. Mai vorgelegt werden. Nun heißt es von der Regierung, dass die Resultate irgendwann in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

Banken, bei denen weiterer Kapitalbedarf festgestellt wird, haben sechs Monate Zeit, weiteres Kapital von Privatinvestoren, anderen Finanzinstitutionen oder der US-Regierung aufzubringen. Vertreter der US-Regierung sagten, dass Banken, die weiteres Kapital benötigten, nicht als insolvent angesehen werden sollten.

Quelle: ntv.de