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Zoff um Mircera Gericht stoppt Roche

Der Schweizer Roche-Konzern ist in den USA in einem Patentstreit um sein neues Anämiemedikament Mircera dem Biotechnologiekonzern Amgen erneut unterlegen und kann das Mittel im größten Pharmamarkt der Welt nun vielleicht gar nicht lancieren. Roche prüft nach eigenen Angaben seine rechtlichen Optionen inklusive einer möglichen Berufung.

Ein Geschworenengericht in Boston erklärte am Dienstag alle strittigen Punkte für gültig und urteilte, dass Mircera in drei Fällen Patente von Amgen verletzt. Bereits Ende August hatte ein US-Bundesgericht entschieden, dass Mircera das wichtige Wirkstoffpatent von Amgens Anämiemitteln Aranesp und Epogen verletzt.

Der Richter setzte für eine Berufung von Roche eine Frist von 60 Tagen fest. Den Termin für eine Anhörung zu möglichen Rechtsmitteln legte er auf den 15. November. Amgen strebt nach eigenen Angaben eine einstweilige Verfügung an, um Roche von einem möglichen Import Mirceras in die USA abzuhalten.

Mircera ist in den USA noch nicht zugelassen. Roche rechnet mit einer Entscheidung der Arzneimittelbehörde FDA am 14. November. In Europa wurde Mircera nach der EU-Marktfreigabe im Juli bisher in Deutschland, Großbritannien, Schweden und Österreich sowie in der Schweiz lanciert.

Amgen hatte im Jahr 2006 mit Aranesp und Epogen rund sieben Milliarden Dollar oder etwa die Hälfte seines gesamten Umsatzes erzielt. Im Mai hatte sich ein FDA-Expertenausschuss für den restriktiveren Einsatz von Aranesp und Epogen sowie Procrit von Johnson & Johnson bei Krebspatienten ausgesprochen und mehr Studien gefordert, um die Risiken besser eingrenzen zu können. Roches Mircera gehört zur gleichen Medikamentenklasse.

Quelle: n-tv.de