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IPO am 2. November HHLA will den Hafen ausbauen

Der Börsengang des Hamburger Hafenbetreibers HHLA am 2. November soll rund eine Milliarde Euro einbringen. Mit den erwarteten Einnahmen will der Mehrheitseigentümer der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), die Hansestadt Hamburg, die Infrastruktur des schnell wachsenden Hafens ausbauen. In Finanzkreisen wird das Volumen der Emission auf 0,9 bis 1,1 Mrd. Euro taxiert, womit die Hafengesellschaft die größte Neuemission in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte sein dürfte. Die HHLA selbst will mit dem Börsengang rund 100 Mio. Euro einnehmen, der Stadt blieben damit mindestens 800 Mio. Euro.

Wie aus dem am Wochenende veröffentlichten Emissionsprospekt hervorgeht, sind zur Emission bis zu 22,54 Mio. sogenannte A-Aktien des Teilkonzerns Hafenlogistik vorgesehen. Damit wären nach dem Börsengang rund 30 Prozent der Hafengesellschaft im Streubesitz, 70 Prozent blieben über zwei Beteiligungsfirmen im Besitz der Hansestadt. S-Aktien aus dem Immobilienbereich sollen nicht verkauft werden.

Aus einer Kapitalerhöhung könnten bis zu 4,8 Mio. A-Aktien ausgegeben werden. Ein mit der Transaktion Vertrauter wies darauf hin, dass diese Zahl jedoch wohl nicht ausgeschöpft werden müsse. Rechnerisch könnte sich die HHLA mit der Ausgabe von 2,5 Mio. neuer Aktien begnügen und trotzdem das Volumen der Emission voll ausschöpfen. Aus dem Besitz der Hansestadt Hamburg kommen bis zu 17,1 Mio. A-Aktien und - bei hoher Nachfrage - weitere bis zu 2,94 Mio. aus der Platzierungsreserve (Greenshoe).

Die Aktien können dem Prospekt zufolge frühestens ab dem 26. Oktober gezeichnet werden. Die Zeichnungsfrist läuft mindestens bis zum 1. November. Das Börsendebüt im stark regulierten Prime Standard könne am folgenden Tag über die Bühne gehen.

Hansestadt Hamburg will Hafen ausbauen


Die Einnahmen aus dem Börsengang will die Hansestadt Hamburg in die Instandhaltung, Modernisierung und Erweiterung der Infrastruktur des Hafens stecken. Dafür würden bis 2015 rund 2,9 Mrd. Euro gebraucht. Zwei Mrd. sind früheren Angaben zufolge in der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt gedeckt.

Der Hamburger Hafen ist mit einem Umschlagsvolumen von 8,9 Mio. Standardcontainern im Jahr 2006 in Europa die Nummer zwei hinter Rotterdam. Er profitiert dabei von der Zunahme des Welthandels insbesondere in Regionen Zentral- und Osteuropa, China und Indien.

Analysten taxieren den Börsenwert der HHLA, die etwa zwei Drittel des gesamten Containerumschlags im Hafen bewältigt, auf bis zu 3,6 Mrd. Euro. Damit dürfte der Hafenbetreiber ein heißer Anwärter auf eine Mitgliedschaft im Nebenwerteindex MDax sein. Die HHLA steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Im operativen Geschäft kletterte der Gewinn (Ebitda) um 41 Prozent auf 296,4 Mio. Euro.

Den Börsengang organisieren die US-Banken JP Morgan und Citigroup.

Quelle: ntv.de