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Knallharte Forderungen Hohe Hürden für US-Autobauer

Der US-Kongress hat den Druck auf die angeschlagenen US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler erhöht. Im Kampf um ihr Überleben müssen die beiden Konzerne nach den Worten der demokratischen Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zu tiefen Einschnitten bereit sein. Es werde der "Wille zu harten Entscheidungen" erwartet, schrieb sie gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Finanzausschusses, Barney Frank, in einem Brief an die Unternehmen. Beide ums Überleben kämpfende Konzerne müssen am kommenden Dienstag ihre Pläne zur Restrukturierung vorlegen.

Pelosi und Frank forderten die Hersteller auf, ihren Unterlagen eine verbriefte Beurteilung ihrer langfristigen Rentabilität beizufügen. Darin enthalten sein müssten unter anderem auch eine Angabe über den angestrebten Marktanteil und eine Absichtserklärung zur Entwicklung spritsparender Modelle.

Firmenkreisen zufolge ist Chrysler bei seinem Restrukturierungsplan auf einem guten Weg. Bei Gesprächen mit Gläubigern gebe es Fortschritte, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Chrysler werde am Dienstag ein Szenario als eigenständiges Unternehmen und ein weiteres als Teil einer strategischen Partnerschaft vorstellen. Der Konzern sprach bereits mit Fiat über eine Allianz.

Die US-Regierung hat den Konzernen mit Überbrückungskrediten in Milliardenhöhe unter die Arme gegriffen. Für weitere Hilfen hat sie umfassende Reformen zur Bedingung gemacht. Ford fährt ebenfalls tiefrote Zahlen ein, will bisher aber ohne staatliche Stützung auskommen.

Opel-Spitze im Kanzleramt

Unterdessen hat die deutsche Bundesregierung mit dem Management der GM-Tochter Opel erneut über eine mögliche staatliche Milliarden-Bürgschaft verhandelt. Dazu gab es Gespräche im Kanzleramt, im Bundeswirtschaftsministerium und mit den Ländern, in denen es Opel-Werke gibt. Entscheidungen seien nicht getroffen worden, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Die Opel-Führung bemüht sich seit Monaten um Bürgschaften von Bund und Ländern bis zu 1,8 Mrd. Euro. Damit will sich der Rüsselsheimer Autobauer für den Fall absichern, dass der schwer angeschlagene US-Mutterkonzern General Motors pleite geht. Die Bundesregierung macht zur Bedingung, dass Steuergeld nicht in den Kassen von GM landen darf.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) will bei einer USA-Reise in der nächsten Woche mit den Spitzen von GM und Ford über die Krise beraten. Beide Konzerne haben Werke in NRW. Bei Ford in Köln arbeiten rund 17.400 und bei Opel in Bochum rund 6000 Mitarbeiter. Hinzu kommen Zehntausende Stellen in Zulieferbetrieben. Insgesamt hängt in Nordrhein-Westfalen jeder siebte Arbeitsplatz an der Autobranche. Ford und Opel planen in den nächsten Wochen in NRW Kurzarbeit. Die Düsseldorfer Landesregierung würde sich an Bürgschaften beteiligen. Nach Branchenschätzungen könnte es um 300 bis 600 Mio. Euro gehen. Auch Hessen will massiv helfen.

Nej zur Staatshilfe für Saab

In Schweden lehnte die Regierung staatliche Hilfen für die GM-Tochter Saab ab. Der konservative Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt sagte der Nachrichtenagentur TT: "General Motors muss die Verantwortung selbst tragen." Der schwedische Steuerzahler könne "keine direkte Verantwortung dafür übernehmen, was weiter mit dem Markennamen Saab geschieht".

GM soll Kreditgarantien über 600 Mio. Dollar bei Reinfeldts Regierung erbeten haben, die über die Europäische Investitionsbank (EIB) ausgezahlt werden könnten. Auch die schwedische Ford-Tochter Volvo steckt schwer in der Krise.

Quelle: n-tv.de