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Maschinen brummen Industrie fährt hoch

Die Industriefirmen haben ihre Produktion im Mai so stark hochgefahren wie seit über dreieinhalb Jahren nicht mehr. Sie stellten saisonbereinigt 2,3 Prozent mehr her als im April. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Insgesamt verließen 1,9 Prozent mehr Güter die Fabriken des Verarbeitenden Gewerbes - einschließlich Bau und Energie. Das durch Brückentage im April verursachte Minus ist dem Ministerium zufolge damit nahezu kompensiert. Die Produktion war überraschend deutlich 2,1 Prozent geschrumpft. Fachleute und Regierung sehen die Industrie auch in den kommenden Monaten weiter im Aufwind.

"Die deutsche Industrie brummt"

"Die deutsche Industrie brummt, wenn man die Zahlen für die Aufträge und jetzt für die Produktion nimmt", sagte Brian Mandt von der Postbank. Dank der vielen Bestellungen aus dem Ausland hatte die Industrie im Mai ein unerwartetes Orderplus von 3,2 Prozent eingefahren. Auf eine steigende Dynamik deutet dem Ministerium zufolge auch die anhaltend optimistische Stimmung der Unternehmen hin.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern betrug das Plus 2,3 Prozent. Die Produktion von Investitionsgütern legte 2,5 Prozent zu, von Konsumgütern 1,6 Prozent. Auch am Bau wurden 0,3 Prozent mehr hergestellt. Ein Minus von 0,9 Prozent gab es lediglich im Energiesektor.

Insgesamt dürfte die Industrie Mandt zufolge das gesamtwirtschaftliche Wachstum im zweiten Quartal angeschoben haben. Die Firmen säßen auf einem riesigen Auftragspolster, das in den kommenden Monaten abgearbeitet werde, sagte Andreas Rees von UniCredit. Auch die Exporte dürften deshalb stark bleiben.

Positive Signale lieferten Experten zufolge auch die Zahlen für den privaten Verbrauch. Die Konsumgüterproduzenten hätten sich erholt, sagte Stefan Schilbe von HSBC. "Wir erwarten, dass das so weitergeht in den nächsten Monaten." Schließlich sollte die gute Lage am Arbeitsmarkt den Konsum ankurbeln.

Allerdings schrumpfte die Produktion im für Schwankungen weniger anfälligen Zwei-Monats-Vergleich April/Mai zu Februar/März um ein Prozent. Dämpfend wirkte nach Angaben des Ministeriums vor allem das kräftige Minus am Bau.

Quelle: n-tv.de