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Trotz Konjunktursorgen Job-Boom im Metallbau

Die Zahl der Arbeitsplätze in der deutschen Metall- und Elektroindustrie ist auf einen historischen Höchststand geklettert. Trotz des starken Euros bescherte eine gute Auftragslage Deutschland allein im Januar 27.000 neue Arbeitsplätze, wie der Arbeitgeberverband Gesamtmetall mitteilte.

Einen so starken Jobaufbau habe es zuletzt in der ersten Hälfte der 1960er Jahre gegeben. Von Januar 2007 bis Januar 2008 sei die Zahl der neuen Jobs um 130.000 auf 3,58 Millionen gestiegen. Auch ein Ausbildungsrekord wurde vermeldet. Unter Einbeziehung der Dezemberzahlen 2007 stieg die Zahl der Arbeitsplätze sogar um 147.000, wie Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser erklärte. Kannegiesser sprach von einer "Super-Leistung" der Branche. Arbeitsplatzverluste als Folge des starken Euros seien zunächst nicht zu erwarten.

Wie aus dem aktuellen Gesamtmetall-Konjunkturbericht hervorgeht, war die Nachfrage nach Erzeugnissen der Metall- und Elektroindustrie (M+E) Anfang 2008 ungebrochen. Insgesamt wurde ein Nachfrageplus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verbucht. Die Auslandsnachfrage stieg mit einem Plus von 16,2 Prozent mehr als doppelt so stark wie die Binnennachfrage (plus 7,2 Prozent).

Die Produktion legte dem Bericht zufolge binnen Jahresfrist 10,5 Prozent zu. "Die Unternehmen gehen aufgrund der starken Dynamik offensichtlich davon aus, dass sie auch in den nächsten Monaten zusätzliche Mitarbeiter für die Produktion benötigen", schreibt der Verband. Von einem mittelfristigen Optimismus zeuge die Ausbildungslage. So seien in den M+E-Berufen 2007 mehr als 75.000 neue Ausbildungsplätze geschaffen worden - ein Zuwachs von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zugleich Ausbildungsrekord seit der Wiedervereinigung.

Jobs Ja, mehr Geld Nein

Trotz der positiven Nachrichten machte Kannegiesser den Arbeitnehmern wenig Hoffnung auf eine kräftige Gehaltserhöhung. "Langsam. Im Herbst wird der Tarifvertrag für 2009 ausgehandelt. Derzeit lässt sich überhaupt noch nicht sagen, wie die Aussichten sein werden. Lohnforderungen, wie sie aktuell in anderen Branchen erhoben werden, sind aber nicht sehr weitsichtig", sagte Kannegiesser der "Bild"-Zeitung.

Die Verantwortung für mehr Geld im Portemonnaie schob Kannegiesser der Politik zu. "Wir brauchen deutliche Steuersenkungen im mittleren Einkommensbereich - und zwar bis Ende 2009. Das kann trotz Haushaltssanierung möglich sein", sagte er.

Quelle: ntv.de