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Wohlfühlfaktor Ethik Kaufen mit gutem Gewissen

Soziales und umweltbewusstes Handeln von Unternehmen wird nach einer Studie im Auftrag des Hamburger Otto-Konzerns für die Konsumenten immer wichtiger. "Der Wohlfühlfaktor Ethik spielt bei der Kaufentscheidung eine immer größere Rolle", sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Otto in einem dpa-Gespräch. Für den Konsum mit gutem Gewissen seien die Kunden auch zunehmend bereit, mehr Geld zu zahlen. "Für Bioprodukte geben die Menschen bereits mehr Geld aus. Das ist ein Anfang. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch auf den Modesektor und andere Bereiche ausweiten wird", sagte der 63-Jährige. Für die "Otto-Trendstudie Konsum-Ethik 2007" hat das Hamburger Trendbüro Experten befragt und eine repräsentative Umfrage mit 1.000 Befragten durchgeführt.

Auch im Gerätesektor, wo die Kunden mit umweltfreundlichen Waschmaschinen und Computern Wasser und Energie sparen können, steigt die Nachfrage. "Da wird eine schlechte Energieklasse irgendwann überhaupt nicht mehr verkäuflich sein", meinte Otto. Der Unternehmer setzt seit Jahrzehnten bei der Produktentwicklung auf das Thema Nachhaltigkeit. So setzte Otto bereits Mitte der 80er Jahre Umweltschutz als ausdrückliches Unternehmensziel fest. Außerdem prüft der Konzern die Arbeitsbedingungen bei seinen Lieferanten, fördert Bio-Baumwolle in der Türkei und leistet mit dem Projekt "Cotton made in Africa" Entwicklungshilfe.

Damit die Kunden bei der Fülle von Öko-Siegeln nicht die Übersicht verlieren, forderte Otto klare Regeln. "Die Konsumenten fordern Transparenz und Fair Play. Die Bezeichnung "Bio" kann jedoch fast jeder gebrauchen. Die vielen verschiedenen Labels tragen nicht zur Transparenz bei", meinte der Unternehmer. Da müssten sich Verbände und die Politik auf wenige Standards einigen. "Auch wenn ich sonst nicht so sehr gern nach dem Staat rufe: Wir brauchen Rahmenbedingungen, damit nicht jeder mit irgendwelchen Begriffen die Verbraucher in die Irre führen kann." Schon jetzt gebe es einige anerkannte Standards wie "Öko-100", das "Rugmark"-Siegel für Teppiche oder das "FSC"-Siegel für eine nachhaltige Forstwirtschaft.

Das Thema Nachhaltigkeit zahle sich langfristig für die Unternehmen aus. "Neben den Konsumenten achten auch die Analysten sehr stark darauf, wie sich ein Unternehmen positioniert", sagte Otto. So listet der Dow Jones Sustainability-Index (Nachhaltigkeit) bereits jetzt Unternehmen, die sozial und umweltfreundlich agieren. "Hält sich ein Unternehmen nicht an die Regeln, kann es sehr schnell ins Abseits geraten, wenn Fehlverhalten aufdeckt wird", sagte Otto. Das führe dann zu Umsatzrückgang und enormem Image-Schaden. "Das sind die positiven Auswirkungen der Globalisierung: Alles wird transparent und deshalb kann der Konsument nun auswählen, welches Unternehmen er unterstützen will."

Quelle: ntv.de

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