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"Schrottpapier-Weltmeister" Kritik an Bankenaufsicht

EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat die deutsche Finanzaufsicht scharf kritisiert. "Deutschland war Weltmeister in riskanten Bankgeschäften", sagte Verheugen der "Süddeutschen Zeitung". Dies sei nur möglich gewesen, weil die Aufsicht die Dinge habe laufen lassen.

"Nirgendwo, auch nicht in Amerika, haben sich Banken mit größerer Bereitschaft in unkalkulierbare Risiken gestürzt, allen voran die Landesbanken", sagte der SPD-Politiker weiter. In der EU-Kommission werde daher die Rolle der deutschen Finanzaufsicht kritisch beurteilt. "Es ist ja kein Naturgesetz, hochriskante Geschäfte abzuschließen und zuzulassen." Andere Länder wie beispielsweise Italien stünden nun besser da mit ihren Banken, dort gebe es keine Schrottpapiere.

Verheugen verteidigte zudem Entscheidungen der EU-Kommission gegen die Kritik seines Parteikollegens, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes habe "sehr kluge Auflagen gemacht, damit die deutschen Landesbanken überhaupt überleben", betonte Verheugen. Steinbrück hatte Kroes vorgeworfen, sie wolle deutsche Banken zerstören.

Berlin deutlich verärgert

Die Bundesregierung ist verärgert über Verheugens Kritik. Das Finanzministerium und Kanzleramt wiesen die Äußerungen in ungewöhnlich scharfer Form zurück. Die Bundesregierung habe die Aussagen Verheugens mit deutlicher Verwunderung aufgenommen, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig in Berlin. "Sie zeugen von einer doch überraschenden Unkenntnis der Faktenlage." Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, diese klare Bewertung werde in der EU-Kommission sicher zur Kenntnis genommen. Es sei vorstellbar, dass bei dem einen oder anderen Treffen mit Verheugen darüber noch einmal gesprochen werde.

Quelle: ntv.de, dpa

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