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Steuerabkommen mit den USA Liechtenstein unterzeichnet

Das Fürstentum Liechtenstein hat ein wegweisendes Steuerabkommen mit den USA unterzeichnet. Dem nach über zweijährigen Verhandlungen unterzeichneten Abkommen zufolge können die US-Behörden ab Anfang 2010 amerikanische Steuersünder auch in Liechtenstein verfolgen. Bei einem nach US-Recht begründeten Verdacht auf Steuerdelikte von US-Steuerpflichtigen mit Vermögenswerten in Liechtenstein hebt das Land das Bankgeheimnis auf.

Bei Verdachtsfällen auf Steuerhinterziehung haben die USA nun Zugriff auf Kontendaten. Zuvor mussten US-Behörden den Betrug nachweisen, was ihnen den Zugang zu Kontendaten von Liechtensteiner Banken quasi unmöglich machte.

Die Vereinbarung dürfte den Druck auf die Schweiz erhöhen. Liechtensteins großer Nachbar unterscheidet immer noch zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug. "Es ist schwierig, das Bankgeheimnis zu verteidigen, wenn man damit einem anderen Land schadet", erklärte Sebastian Dovey von der Beratungsgesellschaft Scorpio Partnership. Dagegen meinte der Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung, Thomas Sutter: "Das ist ein autonomer Entscheid von Liechtenstein, der für die Schweiz keine Signalwirkung hat." Im Gegensatz zu Liechtenstein verfüge die Schweiz bereits über eine große Anzahl Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA.

Schweizer Banken verwalten 4,5 Billionen Franken (rund 2,9 Billionen Euro). In Liechtenstein liegen rund 200 Milliarden Franken. Liechtensteins Prinz Nikolaus, ein Bruder von Fürst Hans-Adam und EU-Botschafter des Landes, hatte vergangene Woche gesagt, Liechtenstein sei zu ähnlichen Zugeständnissen bei der EU bereit wie bei den USA.

Anfang des Jahres hatten einige Fälle möglichen Steuerbetrugs in Deutschland über praktisch abgabefreie Stiftungen in Liechtenstein für Schlagzeilen und Unmut zwischen den beiden Ländern gesorgt. Unter anderem wird dem ehemaligen Chef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, vorgeworfen, über eine Liechtensteiner Stiftung Steuern hinterzogen zu haben.

Quelle: n-tv.de

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