Meldungen

Kein Nachfolger für Stark MTU mit Führungssorgen

Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines lässt seine Aktionäre weiter auf einen neuen Chef warten. Die Entscheidung über einen Nachfolger für den zum Jahresende ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Udo Stark sei noch nicht getroffen, sagte der MTU-Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Huth am Freitag auf der Hauptversammlung in München. "Ich gehe davon aus, dass eine Benennung noch vor der Sommerpause möglich sein wird." Für die Branche bleibt MTU unterdessen optimistisch. Der Luftverkehr sei mit Wachstumsraten zwischen 4,5 und 5,5 Prozent in einer robusten Verfassung, sagte Stark. "Die MTU Aero Engines wird von diesem Aufwärtstrend überproportional profitieren."

Die Aktionäre lobten die gute Entwicklung des Unternehmens unter der Führung Starks. "Der Börsengang war einer der erfolgreichsten der letzten Jahre, Sie haben die Ziele deutlich erfüllt und übererfüllt", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Stark hinterlasse bei MTU "große Fußstapfen, da muss erst einmal jemand reinpassen." Bei Arbeitnehmervertretern hatte sich der MTU-Chef dagegen beispielsweise mit Stellenstreichungen im Rahmen eines Sparprogramms nicht nur Freunde gemacht.

Die Erwartungen für 2007 bekräftigte Stark. Weiterhin werde ein Umsatzanstieg um rund 8 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro und ein bereinigter Überschuss von 140 Mio. (Vorjahr: 121,8 Mio.) Euro erwartet. Schwerpunktmäßig wolle MTU organisch wachsen, aber auch Akquisitionschancen würden geprüft. Insgesamt habe die MTU derzeit Instandhaltungsverträge im Wert von fünf Milliarden Euro in den Büchern. Auch das Triebwerksgeschäft laufe rund: "Der aktuelle Auftragsbestand bei den Flugzeugherstellern beträgt sechs Produktionsjahre."

Die Standortfrage für das geplante neue Werk in Zentraleuropa soll nach Angaben von Aufsichtsratschef Huth in den nächsten vier bis acht Wochen geklärt werden. MTU hatte bekannt gegeben, dass potenzielle Standorte in Polen und Rumänien geprüft werden. Das Unternehmen will einfache Tätigkeiten in das neue Werk mit anfangs rund 150 bis 200 Beschäftigten verlagern.

Den Mitarbeitern solle künftig angeboten werden, sich ihre Erfolgsbeteiligung in Aktien auszahlen zu lassen. Diese Aktien will MTU zuvor am Markt zurückkaufen. Dabei würde MTU den Mitarbeitern zusätzliche Bonusaktien gewähren, sagte Stark. "Mit diesem Vorgehen entsprechen wir gleichzeitig dem Wunsch nach einem Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm und bieten einen Anreiz, Mitarbeiter in größerem Umfang zu Aktionären zu machen."

Quelle: n-tv.de