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"Brutaler Druck" im Handel Milch und Käse teurer

Die Lebensmittelpreise werden in den kommenden Monaten nach Einschätzung des Bundestags-Agrarausschusses weiter steigen, allerdings nicht mehr in so drastischem Ausmaß. "Für die deutschen Verbraucher ist zu erwarten, dass die Anstiege moderat verlaufen", sagte die Ausschussvorsitzende Ulrike Höfken.

Nach Einschätzung des größten deutschen Molkereikonzerns müssen die Verbraucher für Käse und Butter künftig jedoch deutlich tiefer in die Tasche greifen. In den vergangenen Wochen hat die die Nordmilch AG nach eigenen Angaben beim Käse um bis zu 18 Prozent höhere Preise auf Großhandelsniveau durchgesetzt. Auch bei Butter seien in den kommenden Wochen höhere Preise zu erwarten, erklärte ein Nordmilchsprecher anlässlich der Bilanzpressekonferenz. Der Konzern hat 2007 einen Gewinn von mehr als 31 Mio. Euro ausgewiesen, der Umsatz kletterte um 20 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

In Deutschland immer noch günstig

Der Deutsche Bauernverband hält Nahrungsmittel in Deutschland generell nicht für zu teuer. Die Verbraucher könnten sich "immer noch vergleichsweise sehr günstig ernähren", erklärte der Verband. Die Preiserhöhungen seien nach einem realen Preisrückgang über 20 Jahre notwendig für Landwirte. Der Bauernverband warf dem Einzelhandel "zum Teil brutalen Druck" auf Preise vor und warnte vor langfristigen Nachteilen.

Während vor allem Getreide in den vergangenen Monaten deutlich teurer wurde, blieben die Fleischpreise für Verbraucher weitgehend stabil. Die Milchpreise waren nach einem Anstieg 2007 im Frühjahr wieder leicht zurückgegangen. Die Milchbauern hatten mit einem zehntägigen Lieferstopp erreicht, dass Trinkmilch in manchen Discountern und Supermärkten etwas teurer wurde.

Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet damit, dass die Nahrungsmittelpreise bis 2017 weltweit zwar über ihrem historischen Niveau bleiben, aber deutlich unter den derzeitigen Höchstständen.

Quelle: n-tv.de

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