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EU beteiligt sich Nabucco auf dem Weg

Die EU will Europas Energiesicherheit durch Kredite in Höhe von insgesamt 3,5 Mrd. Euro vorantreiben. Wie aus einem Entwurfpapier, das am Mittwoch beschlossen werden soll, hervorgeht, soll in diesem Rahmen auch der geplante Bau der Nabucco-Pipeline von der Türkei nach Österreich mit 250 Mio. Euro unterstützt werden.

Brüssel setzt auf das Projekt, zumal nach dem jüngsten Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine mit Lieferstopps die Forderungen nach alternativen Routen lauter geworden sind.

Das Nabucco-Projekt sei nicht gegen Russland gerichtet, sagte der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek, dessen Land derzeit die EU-Präsidentschaft innehat. "Nabucco ist nicht gegen irgendjemanden gerichtet, sondern wir wollen es aus Eigeninteresse", sagte er.

Ungarn hatte von der EU zuvor eine Teilfinanzierung der Nabucco-Pipeline gefordert. "Energie zu haben oder nicht zu haben, kann zu einer Frage der nationalen Souveränität und Stabilität werden", sagte Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany bei einem Treffen des Konsortiums in Budapest.

Gasquellen noch unzureichend

Mit Nabucco, einer 3400 Kilometer langen Gasleitung vom Kaspischen Raum nach Österreich, sollen bis zu 31 Mrd. Kubikmeter Gas pro Jahr nach Westeuropa fließen. Bisher verfügt die Leitung aber nicht über ausreichend Gasquellen, um grünes Licht zu erhalten. Zum Nabucco-Konsortium gehört der Essener RWE- Konzern, die Gaskonzerne OMV (Österreich), MOL (Ungarn), Transgaz (Rumänien), Bulgargaz (Bulgarien) und Botas (Türkei).

EU-Kommissions-Präsident Jose Manuel Barroso forderte die beteiligten Akteure auf, das Projekt voranzutreiben. Er hoffe, dass schon 2015 über Nabucco Gas nach Europa fließen werde. Nach letzten Schätzungen könnte der Bau der 3300 Kilometer langen Pipeline acht Mrd. Euro kosten. Sie würde über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich führen.

Barroso hat sich nach dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine entschieden, mit ungenutzten Krediten die Energiesicherheit Europas zu erhöhen. Dabei soll dem Entwurf zufolge auch Geld an Ausgleichsleitungen sowie Pipelines in Polen, Dänemark, Schweden, Italien und Griechenland fließen. Außerdem sollen Windenergieparks mit 520 Mio. Euro und Technologien zum Einfangen von Kohlendioxid-Emissionen von Kohlekraftwerken mit 1,25 Mrd. Euro gefördert werden.

RWE sieht keine Finanzierungsprobleme

Der Essener RWE-Konzern bezeichnete den Bau der geplanten Nabucco- Pipeline als "Schlüssel zu mehr Versorgungssicherheit für alle Europäer". Angesichts schwindender Eigenförderung und wachsenden Verbrauchs müsse Europa seine Gasbezugsquellen und Gasbezugswege verbreitern, sagte Stefan Judisch, der bei der RWE-Tochter Supply & Trading für den Bereich Gasbeschaffung zuständig ist. "RWE hat keinen Zweifel daran, dass Nabucco kommen wird", sagte Judisch.

Die Planungen für das Projekt seien auf einem "guten Weg". Es gebe auch keine Finanzierungsprobleme. Judisch begrüßte auch den ungarischen Vorschlag zu einer Anschubfinanzierung durch die öffentliche Hand.

Quelle: ntv.de

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