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Russland schwächelt Rubel wird weicher

Der Ölpreisverfall löst in Russland einen massiven Wachstumseinbruch aus. Im November legte die Wirtschaftsleistung um nur noch 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Das wäre das geringste Wachstum für das Schwellenland seit drei Jahren. Im Oktober wuchs das Bruttoinlandsprodukt noch um 5,9 Prozent. Doch die Aussichten für 2009 sind trübe, falls der Preisverfall beim Öl anhalten sollte.

Angesichts fallender Ölpreise rutscht Russland immer weiter in die Krise. Die Devisenreserven schwinden rapide. Dazu kommen massive Kapitalabflüsse. Bereits zum sechsten Mal in diesem Monat wertete die Notenbank den Rubel ab, wie aus der Zentralbank verlautete. Seit August hat die russische Währung damit fast 14 Prozent an Wert eingebüßt. Die Behörden haben nach eigenen Angaben aber die Währungsspekulationen der vergangenen Monate unter Kontrolle, als russische und ausländische Banken auf einen Verfall des Rubels wetteten. Zusätzlich zogen russische Sparer ihr Geld ab und trugen so zum Kursrückgang der heimischen Währung bei.

Rubel wird weicher

In den vergangenen fünf Jahren war die russische Wirtschaft noch jährlich um etwa sieben Prozent gewachsen. Das Land profitierte dabei überwiegend vom Export von Rohstoffen. Doch derzeit liegt der Ölpreis mit gut 40 Dollar je Barrel (159 Liter) mehr als 100 Dollar unter seinem Rekordhoch vom Juli. Erdgas, ein weiteres wichtiges Exportgut Russlands, folgt dieser Entwicklung üblicherweise mit ein paar Monaten Verspätung. Im November ging der Handelsüberschuss deswegen kräftig zurück; mit 7,1 Milliarden Dollar liegt er fast fünf Milliarden Dollar niedriger als im Oktober. Der Grund dafür ist ein Einbruch bei den Exporten, die um 27 Prozent sanken. Die Importe blieben dagegen stabil. Die Regierung in Moskau erwartet für 2009 ein Wachstum von 2,4 Prozent - aber nur, falls sich der Ölpreis über 50 Dollar je Barrel stabilisiert. Eine Prognose für einen deutlich niedrigeren Preis hielt sie zurück.

Sollte der Ölpreis dauerhaft unter 30 Dollar bleiben, müsse Russland seine Schuldenstrategie überdenken, sagte der stellvertretende Finanzminister Dmitri Pankin. Als mögliche Geldgeber nannte er unter anderem die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds. Bisher enthalte die Schuldenstrategie keine Kredite im Ausland.

Quelle: ntv.de

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