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Dividende wird aufgestockt Samsung geht auf Aktionäre zu

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Die Samsung-Aktionäre erhoffen sich vom Konzern unter Shin Jong-kyun mehr Infos darüber, was die Stunde geschlagen hat.

(Foto: REUTERS)

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung gibt sich äußerst verschlossen. Die Quartalsberichte lassen viele Fragen offen. Doch nun will sich das Unternehmen seinen Anteilseignern öffnen. Die haben dabei auch die hohen Barbestände im Blick.

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Samsung Electronics will seine Dividende aufstocken. Auf dem ersten Analystentag seit acht Jahren erklärten die Südkoreaner, es werde für das laufende Jahr eine Dividendenrendite von einem Prozent angestrebt. Nach Angaben des Datendienstleisters Markit liegt sie derzeit nur bei mickrigen 0,5 Prozent. Beobachter hatten spekuliert, ob Samsung Änderungen bei der Verwendung des hohen Barmittelbestands angeht oder nicht. Derzeit sitzen die Südkoreaner auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Bis 2015 konnte sich das Polster nach Schätzung einiger Analysten sogar auf 100 Milliarden Dollar verdoppeln.

Lange Zeit war die Gesellschaft aus Suwon für Investoren so etwas wie eine Black Box, vor allem in den USA. Ihre Quartalsberichte sind spärlich. In ihnen findet etwa nichts zum Absatz von Smartphones. Zudem erfüllen sie nicht die US-Rechnungslegungsstandards. Das macht es schwierig, Vergleiche mit Wettbewerbern zu ziehen. Nun wächst die Hoffnung, dass Samsung-Manager Stimmen von außerhalb mehr Aufmerksamkeit schenken. Samsung selbst beschrieb den Analystentag als Teil einer Kampagne, die Aktionäre aktiver einzubinden.

Aktienkurs schwankt stark

Das Investoren- und Analystentreffen findet am Ende eines Jahres statt, das für das Geschäft ein großer Erfolg war, für die Aktionäre allerdings enttäuschend verlief. Samsung hat drei Quartale in Folge Rekordgewinne eingefahren und die Spitzenposition am Smartphonemarkt gefestigt. Der Kurs ging indes in diesem Jahr um bis zu 20 Prozent zurück, was bei den Samsung-Managern Bestürzung auslöste.

Als Samsung den Analystentag Anfang September ankündigte, lag der Kurs rund zwölf Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang, vor allem wegen der Sorge um schleppender als erwartet verlaufenden Verkäufen des Flaggschiffs Galaxy S4 und um die Dividende. Seither ging es wieder aufwärts, zum Teil beflügelt von der Hoffnung auf eine Ankündigung zum Dividendenthema.

Lee Sang-Hoon, Präsident und Finanzchef von Samsung, räumte auf dem Treffen ein, dass der Konzern bislang bei seiner Merger- und Acquisition Strategie eher konservativ agiert habe. "Das könnte sich aber in der Zukunft ändern", sagte er. Zugleich bezeichnete er die Investorenkritik - Samsung häufe zu viel Kapital an - als übertrieben. "Ich denke nicht, dass der derzeitige Barmittelbestand überzogen ist."

Geringe Auszahlungsquote

Neben dem Dividendenthema erhoffen sich die Investoren auch mehr Klarheit über die Pläne im Bereich Software für den Mobilfunk sowie zur Unternehmensführung. Dabei interessiert die Anleger vor allem, ob sich Samsung über eine Emission sogenannter American Depository Receipts (ADR) US-Anlegern stärker öffnen will. Samsung könnte über Möglichkeiten nachdenken, Investoren in den USA, dem größten und liquidesten Markt, den Zugang zu den Aktien zu vereinfachen. Nahezu alle asiatischen Tech-Giganten von Sony bis Taiwan Semiconductor Manufacturing sind außer auf dem Heimatmarkt mit ADRs in den USA vertreten. Bislang ist zu dem Thema noch nichts bekannt geworden.

Die Aussagen von Samsung zur Dividende dürften den Analysten und Investoren gefallen, auch wenn die unmittelbare Kursreaktion auf die Nachricht etwas gedämpft ausfällt. 2009 hatte Samsung noch ein Fünftel des Gewinns an die Aktionäre ausgezahlt. Danach schrumpfte die Auszahlungsquote. In diesem Jahr dürfte sie auf ein Tief von rund vier Prozent sinken, wie der Datendienstleister Markit schreibt. Unternehmen, die im S&P-500-Index enthalten sind, schütten im Durchschnitt ein Drittel des Gewinns aus.

Mark Newman, Technologieanalyst bei Sanford C. Bernstein, hat in den vergangenen Monaten den "ungenügenden Kapitalrückfluss" als Belastung für den Samsung-Kurs angeprangert. Investoren müssten mit mehr Cash bei der Stange gehalten werden, da die Wachstumskurve im Smartphonegeschäft offensichtlich abflache. "Das Wachstum verlangsamt sich, und der Barmittelbestand wächst", sagte Newman jüngst. "Das wird für die Investoren immer wichtiger."

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

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