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Stellenabbau Sat.1 geht nach München

Im Zuge eines weitreichenden Konzernumbaus verlagert TV-Konzern ProSiebenSat.1 seinen Sender Sat.1 von Berlin nach München. Wie das wegen des schwachen Werbemarktes zuletzt unter Druck stehende Unternehmen in München mitteilte, werden neben Sat.1 auch sämtliche Verwaltungsfunktionen sowie die Vertriebsgesellschaften SevenOne Media und SevenOne Interactive in die bayerische Landeshauptstadt verlagert.

Der Nachrichtensender N24 und die Zentralredaktion von Sat.1 bleiben in der Hauptstadt. Vom Sat.1-Umzug sind den Angaben zufolge 350 Mitarbeiter betroffen, 225 Stellen sollen im Zuge des Umbaus ganz wegfallen.

Jeder Berliner Mitarbeiter soll ein Jobangebot in München oder eine angemessene Abfindung erhalten, kündigte das Unternehmen weiter an. Insgesamt beschäftigt ProSiebenSat.1 derzeit rund 6000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Über die Bühne gehen soll der Umbau bis Juni 2009. Damit sitzen künftig die wichtigsten deutschen Sender des Konzerns in München. Neben Sat.1 sind dies ProSieben und Kabel eins.

Weitere Einschnitte

Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern wegen der weiteren Eintrübung des Werbemarktes und anhaltender Probleme bei einem neuen Modell der Werbezeiten-Vermarktung sein Gewinnziel für 2008 zusammengestrichen. Der Ende des Jahres ausscheidende Vorstandschef Guillaume de Posch hatte die Belegschaft auf weitere Einschnitte eingestellt und gewarnt: "2009 wird ein sehr schwieriges Jahr. Wie viele andere Marktteilnehmer müssen auch wir unser Haus winterfest machen." Dies funktioniere aber nur über strikte Kosteneinsparungen. Die Höhe hatte er noch nicht beziffern wollen. Kosteneinsparungen von 70 Mio. Euro bis Jahresende waren ohnehin vorgesehen.

Der Umbau hat auch personelle Konsequenzen. Der für das deutsche Fernsehgeschäft zuständige Konzernvorstand Andreas Bartl bekommt den bisherigen Sat.1-Geschäftsführer Matthias Alberti zur Seite gestellt. Neuer Sat.1-Chef wird Guido Bolten, bisher für Kabel eins verantwortlich. Offen ist noch die Frage, wer de Posch als Vorstandsvorsitzender zum Jahresende nachfolgt.

Quelle: ntv.de

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