Wirtschaft
Samstag, 21. Februar 2009

Antillenstaat handelt: Stanford-Banken an der Leine

Der Antillenstaat Antigua und Barbuda hat die Kontrolle über zwei Banken übernommen, die dem mutmaßlichen Anlagebetrüger Allen Stanford gehören. Die Bankenaufsicht des Archipels teilte am Freitag mit, sie habe zwei Verwalter ernannt, welche die Geschäfte der Standford International Bank und der Stanford Trust Company führen sollten. Dadurch sollten "die Interessen der Investoren und der Anleger geschützt" werden. Die Zentralbank von Antigua und Barbuda verkündete unterdessen einen Plan, nach dem die ebenfalls Stanford gehörende Bank of Antigua mit fünf Geschäftsbanken zu einem neuen Geldinstitut verschmelzen soll.

Zuvor hatten in dieser Wochen bereits fünf lateinamerikanische Länder Schritte gegen Stanfords Banken unternommen. Der Milliardär war am Donnerstag nach tagelanger Suche im US-Bundesstaat Virginia aufgespürt worden. Die US-Finanzaufsicht SEC wirft dem 58-Jährigen vor, "ein betrügerisches, mehrere Milliarden schweres Investmentsystem" aufgebaut zu haben. Insgesamt soll der Betrug einen Umfang von 9,2 Mrd. US-Dollar (7,3 Mrd. Euro) gehabt haben. Eine US-Anwaltskanzlei hatte am Donnerstag vor einem Gericht in Texas eine Sammelklage von Kunden der Stanford International Bank (SIB) eingereicht.

Stanford besitzt die Staatsangehörigkeit der USA und von Antigua und Barbuda und tätigte einen Großteil seiner Geschäfte von dem Inselstaat aus. Auch in mehreren lateinamerikanischen Ländern war Stanford aktiv. Venezuela verstaatlichte am Donnerstag die Niederlassung der Stanford Bank im Lande, wollte sie aber wieder verkaufen. In Ecuador und in Peru wurden die Stanford-Banken vom Börsenhandel ausgeschlossen. In Kolumbien willigte der Stanford-Vertreter auf Drängen der Bankenaufsicht ein, seine Börsengeschäfte auszusetzen. In Panama übernahm die Bankenaufsicht die Verwaltung der Stanford-Bank.

Quelle: n-tv.de